Geschäftsbericht 2014 Geschäftsbericht 2014
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Brief von Karl-Ludwig Kley

Karl-Ludwig Kley Vorsitzender der Geschäftsleitung

Merck hat wieder ein gutes Jahr hinter sich. Wir sind erneut profitabel gewachsen. Das Transformationsprogramm „Fit für 2018“, mit dem wir die Zukunft von Merck gestalten, entfaltet seine Wirkung. Mit der Übernahme von AZ Electronic Materials (AZ), dem Angebot zur Übernahme von Sigma-Aldrich und unserer Allianz mit Pfizer in der Immunonkologie haben wir die Grundlage für das Wachstum von morgen gelegt.

Unsere Umsatzerlöse stiegen 2014 um 5,5 % auf 11,3 Mrd €. Das EBITDA vor Sondereinflüssen, unsere wichtigste Ertragskennzahl, steigerten wir um 4,1 % auf 3,4 Mrd €. Negative Wechselkurseffekte, denen wir ausgesetzt waren, konnten wir durch solides organisches Wachstum und akquisitionsbedingte Steigerungen kompensieren. Das Ergebnis nach Steuern sank indes leicht um 3,7 % auf 1,2 Mrd €.

Der Business Free Cash Flow ging auf 2,6 Mrd € zurück und lag damit um 12,0 % unter dem sehr hohen Wert des Vorjahres. Unsere Nettofinanzverschuldung hatten wir zu Beginn des Jahres komplett zurückgefahren. Durch die Übernahme von AZ Electronic Materials im Mai 2014 erhöhte sie sich zum 30. Juni 2014 zwischenzeitlich auf 2,2 Mrd €. Doch bereits zum Jahresende konnten wir sie wieder auf unter 0,6 Mrd € drücken.

Der Kapitalmarkt hat die positive Entwicklung bei Merck honoriert. Der Kurs der Merck-Aktie stieg 2014 um 20,4 % – das größte Plus im DAX. Am 27. November erreichte unser Papier sogar ein neues Allzeithoch von 80,40 €. Auch wenn bei Merck nicht nur in Quartalen, sondern auch in Generationen gedacht wird, freuen wir uns darüber.

An der erfolgreichen Entwicklung des Unternehmens sollen unsere Aktionäre partizipieren. Der Hauptversammlung werden wir daher vorschlagen, die Dividende um 5 Cent auf 1 € je Aktie zu erhöhen. Die Ausschüttungssumme berücksichtigt den 2014 vorgenommenen Aktiensplit im Verhältnis 1 : 2. Sie berücksichtigt auch den Kapitalbedarf für die weiteren Transformationsschritte des Unternehmens.

Lassen Sie mich näher auf die wesentlichen strategischen Weichenstellungen des Jahres 2014 eingehen:

  • Die Maßnahmen zur Verbesserung unserer Effizienz wurden erfolgreich abgeschlossen. 2014 sind wir daher in die nächste Phase von „Fit für 2018“ gestartet und haben unser Augenmerk wieder stärker auf Wachstum gerichtet.
  • Ebenfalls abgeschlossen sind die Übernahme und Integration von AZ Electronic Materials, einem führenden Premiumanbieter von Hightech-Materialien. Dazu gehören Prozesschemikalien zur Herstellung von Schaltkreisen, wie sie etwa in Smartphones zu finden sind, genauso wie Fotolacke für die Herstellung von Flachbildfernsehern. Unsere Flüssigkristalle bleiben der Goldstandard in der Display-Technologie – mit AZ sind nun Spezialchemikalien für die Technik hinter dem Display dazugekommen.
  • Zur Entwicklung und weltweiten Vermarktung unseres immunonkologischen Anti-PD-L1-Antikörpers arbeiten wir künftig eng mit dem Pharmaunternehmen Pfizer zusammen. Mit dieser wegweisenden Kooperation steigen wir mit einem Molekül aus unserer eigenen Forschung in einen viel versprechenden Wachstumsmarkt ein.
  • Im September gaben wir unsere Absicht bekannt, das amerikanische Life-Science-Unternehmen Sigma-Aldrich zu übernehmen. Dies wäre die größte Akquisition in der fast 350-jährigen Geschichte von Merck. Wenn wir die kartellrechtlichen Freigaben für diese Akquisition erhalten, können wir unseren Kunden eine deutlich breitere Produktpalette sowie die führende E-Commerce-Plattform der Branche bieten. Zugleich stärken wir mit diesem Zukauf unsere weltweite Präsenz im Life-Science-Markt, vor allem in Nordamerika und in den wachstumsstarken asiatischen Märkten.

Diese Entwicklungen sind das Resultat einer lang angelegten Veränderungs- und Wachstumsstrategie. Seit 2007 berichte ich Ihnen über unsere Fortschritte: Wir haben mit den Übernahmen von Serono, Millipore und AZ sowie dem Verkauf des Generikageschäfts unser Portfolio weitreichend umgebaut. Wir haben unsere Organisation globalisiert und die richtigen Leute in entscheidende Positionen gebracht. Und wir haben unsere Prozesse modernisiert und umfassende Effizienzmaßnahmen durchgesetzt. Merck ist dadurch heute bestens aufgestellt, um die nächsten Wachstumsschritte aus einer Position der strategischen und finanziellen Stärke heraus anzugehen.

Nun, da sich mehr und mehr Puzzlestücke ineinanderfügen, ist das große Ganze sichtbar: Merck wandelt sich zu einem hochspezialisierten und globalen Technologieunternehmen mit dem Ziel, das Leben von Kunden und Patienten zu verbessern.

Die Welt ändert sich rapide – und Merck ändert sich mit. 2014 hatten die Wachstumsmärkte Asiens und Lateinamerikas erstmals den größten Anteil am Konzernumsatz. Ihr Beitrag stieg um 2 Prozentpunkte auf 38 %. Um diese Märkte weiter für Merck zu erschließen, müssen wir nah an den Kunden vor Ort sein. In China haben wir daher beispielsweise ein Flüssigkristall-Zentrum in Schanghai eröffnet und den Grundstein für einen großen Pharma-Produktionsstandort in Nantong gelegt.

Merck bietet Technologien und Lösungen, die einen positiven Beitrag zum schnellen Wandel unserer Zeit leisten. Alternde Gesellschaften sind eine weltweite Herausforderung, ebenso wie die Frage nach einem breiten Zugang zu Gesundheit oder die Digitalisierung unserer Gesellschaft. Wir setzen konsequent auf Innovation, um hierauf auch künftig gute Antworten geben zu können. Sichtbarster Ausdruck ist das Innovationszentrum, das derzeit im Herzen unserer Konzernzentrale in Darmstadt entsteht. Es soll sich zum Knotenpunkt der Kreativität bei Merck entwickeln.

Bei der Entwicklung des Unternehmens werden wir uns aber nicht verzetteln. Wir konzentrieren uns weiterhin auf die Gebiete, in denen wir über die Fähigkeiten und Voraussetzungen verfügen, um wesentliche Beiträge zu leisten. Künftig weisen wir sie als drei Unternehmensbereiche in unserer Berichterstattung aus:

  • Healthcare umfasst die Geschäfte von Merck Serono, Consumer Health, Allergopharma und Biosimilars.
  • Life Science beinhaltet das Geschäft von Merck Millipore und bietet Raum für die geplante Akquisition von Sigma-Aldrich.
  • Performance Materials beinhaltet Flüssigkristalle, das Geschäft von AZ Electronic Materials, Pigmente und neue Materialien.

Unverändert stehen Kunden und Patienten im Mittelpunkt unserer Arbeit. Innovation, Effizienz und globale Präsenz sind bei Merck kein Selbstzweck. Nur wenn wir die Bedürfnisse von Kunden und Patienten mit innovativen Produkten und höchsten Qualitätsstandards erfüllen, erreichen wir unsere Ziele. Wir streben für Merck langfristiges, nachhaltiges Wachstum an, in Einklang mit unseren sechs Unternehmenswerten Mut, Leistung, Verantwortung, Respekt, Integrität und Transparenz.

Dies alles machen unsere 39.000 Mitarbeiter möglich. Sie arbeiten täglich an hochwertigen Produkten, an besseren Lösungen für unsere Kunden sowie an innovativen Ansätzen für ein gesünderes, angenehmeres und schöneres Leben. Und sie gestalten durch ihre Arbeit immer wieder aufs Neue den Erfolg von Merck. Dafür gebührt jedem Einzelnen von ihnen mein Dank.

Merck ist bestens aufgestellt, um den Weg in die Zukunft weiter zu beschreiten. Ich danke Ihnen für Ihr Vertrauen und Ihre Unterstützung. Begleiten Sie uns auch weiterhin in eine spannende, erfolgreiche und nachhaltige Zukunft.

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