Geschäftsbericht 2014 Geschäftsbericht 2014
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Erläuterungen zur Konzernbilanz

(35) Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente setzten sich wie folgt zusammen:


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in Mio € 31.12.2014 31.12.2013
     
Kassenbestände, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 546,7 332,0
Kurzfristige Geldanlagen (bis 3 Monate) 2.331,8 648,8
2.878,5 980,8

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Die Entwicklung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, die den Finanzmittelfonds gemäß IAS 7 bilden, ist in der Kapitalflussrechnung dargestellt.

Das maximale Ausfallrisiko entspricht dem Buchwert der Zahlungsmittel.

(36) Kurzfristige finanzielle Vermögenswerte


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in Mio € 31.12.2014 31.12.2013
     
Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinvestitionen 21,7 53,4
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 2.135,0 2.312,1
Kredite und Forderungen 2,9 27,3
Vermögenswerte aus Derivaten (Finanztransaktionen) 39,8 17,7
2.199,4 2.410,5

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Die Entwicklung der kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte resultierte hauptsächlich aus dem Rückgang der zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte auf 2.135,0 Mio € (Vorjahr: 2.312,1 Mio €). Die Position enthielt zum 31. Dezember 2014 im Wesentlichen Anleihen in Höhe von 1.178,6 Mio € (Vorjahr: 1.251,7 Mio €) sowie Commercial Paper in Höhe von 956,4 Mio € (Vorjahr: 915,7 Mio €).

Des Weiteren kam es bei den zur Veräußerung verfügbaren kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten zu erfolgsneutralen Marktwertanpassungen von – 2,0 Mio € (Vorjahr: 0,6 Mio €). Die in den kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten enthaltenen Kredite und Forderungen sind weder überfällig noch wertberichtigt.

(37) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 2.235,6 Mio € (Vorjahr: 2.021,4 Mio €) bestanden ausschließlich gegenüber Dritten.

Die Überfälligkeiten der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stellten sich wie folgt dar:


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in Mio € 31.12.2014 31.12.2013
     
Weder überfällig noch wertberichtigt 1.808,8 1.542,1
Überfällig, aber nicht wertberichtigt
bis zu 3 Monate 143,3 127,5
bis zu 6 Monate 13,5 6,5
bis zu 12 Monate 5,8 2,8
bis zu 24 Monate 5,1 3,4
über 2 Jahre 0,5 0,4
Wertberichtigt 258,6 338,7
Buchwert 2.235,6 2.021,4

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Die entsprechenden Wertberichtigungen entwickelten sich wie folgt:


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in Mio € 2014 2013
     
Stand 1.1. – 136,8 – 154,8
Zuführungen – 41,5 – 46,5
Auflösungen 41,8 42,1
Inanspruchnahmen 9,7 20,1
Wechselkurseffekte und andere Veränderungen 0,6 2,3
Stand 31.12. – 126,2 – 136,8

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Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestanden aufgrund der breiten Produktpalette des Merck-Konzerns gegenüber einer großen Anzahl von Kunden. Diese Diversifikation trägt mit zu einer Risikoreduzierung hinsichtlich möglicher Forderungsausfälle bei. Zudem werden die Forderungen mittels etablierter Kreditmanagementprozesse, die die individuellen Kundenrisiken berücksichtigen, bezüglich ihrer Werthaltigkeit beurteilt. Bei Hinweisen darauf, dass einzelne Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nicht oder nicht vollständig werthaltig sind, werden entsprechende Wertberichtigungen gebildet.

Im Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2014 wurden in Italien Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit einem Nominalwert in Höhe von 104,9 Mio € zu einem Preis von 102,0 Mio € verkauft. In diesem Zusammenhang konnten bereits gebildete Wertberichtigungen in Höhe von 5,2 Mio € aufgelöst und in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen werden. Aus den verkauften Forderungen bestehen keine weiteren Rückgriffsrechte gegenüber Merck.

(38) Vorräte

Im Einzelnen gliederten sich die Vorräte in folgende Posten:


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in Mio € 31.12.2014 31.12.2013
     
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 377,3 294,9
Unfertige Erzeugnisse 496,6 523,0
Fertige Erzeugnisse 726,9 580,2
Handelswaren 58,9 76,1
1.659,7 1.474,2

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Die Abwertungen des Vorratsvermögens in der Berichtsperiode beliefen sich auf 99,5 Mio € (Vorjahr: 94,1 Mio €). Im Geschäftsjahr wurden 45,3 Mio € (Vorjahr: 24,4 Mio €) Wertaufholungen auf Vorräte vorgenommen. Zum Bilanzstichtag dienten keine Vorräte der Besicherung von Verbindlichkeiten.

(39) Übrige Vermögenswerte

Die übrigen Vermögenswerte setzten sich folgendermaßen zusammen:


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in Mio € Kurzfristig Langfristig 31.12.2014 Kurzfristig Langfristig 31.12.2013
             
Übrige Forderungen 147,0 5,4 152,4 113,8 1,6 115,4
Vermögenswerte aus Derivaten
(operativ)
468,5 2,9 471,4 72,7 53,9 126,6
Finanzielle Posten 615,5 8,3 623,8 186,5 55,5 242,0
             
Forderungen aus nicht
einkommensabhängigen Steuern
199,8 24,5 224,3 99,0 30,4 129,4
Rechnungsabgrenzungsposten 53,8 17,1 70,9 34,9 12,2 47,1
Vermögenswerte aus leistungs-
­orientierten Versorgungsplänen
1,8 1,8 3,8 3,8
Sonstige Vermögenswerte 339,3 6,6 345,9 36,5 7,4 43,9
Nicht-finanzielle Posten 594,7 48,2 642,9 174,2 50,0 224,2
1.210,2 56,5 1.266,7 360,7 105,5 466,2

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Die übrigen Forderungen enthielten kurzfristige Forderungen gegenüber nahestehenden Unternehmen in Höhe von 76,5 Mio € (Vorjahr: 32,5 Mio € ) sowie gegenüber Beteiligungen in Höhe von 0,9 Mio € (Vorjahr: 0,6 Mio €). Es bestanden Zinsforderungen in Höhe von 12,5 Mio € (Vorjahr: 30,6 Mio €). Darüber hinaus wurden in dieser Position sonstige Vorauszahlungen ausgewiesen. In den sonstigen Vermögenswerten ist der Anspruch auf das gemeinsame Vermarktungsrecht von Xalkori® (Crizotinib) mit Pfizer Inc., USA, in Höhe von 294,4 Mio € enthalten; siehe hierzu Anmerkung [5].

Die Überfälligkeiten der übrigen Forderungen gegenüber Dritten stellten sich wie folgt dar:


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in Mio € 31.12.2014 31.12.2013
     
Weder überfällig noch wertberichtigt 149,1 109,8
Überfällig, aber nicht wertberichtigt
bis zu 3 Monate 2,2 3,3
bis zu 6 Monate 0,3
bis zu 12 Monate 0,7
bis zu 24 Monate 0,9 0,7
über 2 Jahre 0,2 0,2
Wertberichtigt 0,4
Buchwert 152,4 115,4

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Im Berichtsjahr wurden Wertberichtigungen auf übrige Forderungen gegenüber Dritten in Höhe von 0,4 Mio € (Vorjahr: 0,6 Mio €) vorgenommen. Wertaufholungen in diesem Zusammenhang fanden weder im Geschäftsjahr noch im Vorjahr statt.

(40) Ertragsteuererstattungsansprüche

Die Steuererstattungsansprüche betrugen 297,0 Mio € (Vorjahr: 109,8 Mio €). Sie resultierten vor allem aus Steuervorauszahlungen, die über der tatsächlichen Steuerschuld für das abgelaufene Geschäftsjahr und früherer Geschäftsjahre lagen, aus Erstattungsansprüchen für Vorjahre sowie aus anrechenbaren Quellensteuern.

(41) Immaterielle Vermögenswerte


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in Mio € Marktzulassungen, Patente, Lizenzen und ähnliche Rechte, Markennamen, Warenzeichen und Sonstiges Geschäfts- oder Firmenwerte Software Geleistete Anzahlungen Gesamt
  bestimmte Nutzungsdauer unbestimmte Nutzungsdauer        
             
Anschaffungs- und Herstellungskosten, Stand 1.1. 2013 11.070,9 594,1 4.695,7 288,1 35,4 16.684,2
Veränderungen im Konsolidierungskreis
Zugänge 7,0 64,5 1,8 36,3 109,6
Abgänge – 13,5 – 1,5 – 30,1 – 11,2 – 0,1 – 56,4
Umbuchungen 1,0 – 0,8 36,3 – 29,2 7,3
Umgliederung zur Veräußerung gehaltener Vermögenswerte – 46,6 – 16,5 – 63,1
Währungsumrechnungsdifferenz – 86,1 – 0,3 – 65,9 – 10,7 – 0,1 – 163,1
Stand 31.12.2013 10.932,7 656,0 4.583,2 304,3 42,3 16.518,5
             
Kumulierte Abschreibungen, Stand 1.1. 2013 – 5.113,1 – 437,5 – 189,1 – 5.739,7
Veränderungen im Konsolidierungskreis
Abschreibungen – 813,5 – 42,5 – 856,0
Wertminderungen – 155,5 – 1,3 – 17,3 – 4,3 – 178,4
Abgänge 13,4 1,5 17,3 11,2 43,4
Umbuchungen 4,2 – 4,1 – 1,7 – 1,6
Wertaufholungen
Umgliederung zur Veräußerung gehaltener Vermögenswerte 41,0 41,0
Währungsumrechnungsdifferenz 30,9 0,3 8,8 40,0
Stand 31.12.2013 – 5.992,6 – 441,1 – 217,6 – 6.651,3
             
Restbuchwerte, Stand 31.12.2013 4.940,1 214,9 4.583,2 86,7 42,3 9.867,2
             
Anschaffungs- und Herstellungskosten, Stand 1.1. 2014 10.932,7 656,0 4.583,2 304,3 42,3 16.518,5
Veränderungen im Konsolidierungskreis 1.049,5 818,4 1,6 1.869,5
Zugänge 62,1 38,6 2,2 40,4 143,3
Abgänge – 4,8 – 61,5 – 11,9 – 0,2 – 78,4
Umbuchungen 0,2 47,0 – 45,5 1,7
Umgliederung zur Veräußerung gehaltener Vermögenswerte
Währungsumrechnungsdifferenz 285,3 0,6 292,3 10,8 589,0
Stand 31.12.2014 12.325,0 633,7 5.693,9 354,0 37,0 19.043,6
             
Kumulierte Abschreibungen, Stand 1.1. 2014 – 5.992,6 – 441,1 – 217,6 – 6.651,3
Veränderungen im Konsolidierungskreis
Abschreibungen – 841,6 – 35,6 – 877,2
Wertminderungen – 84,8 – 5,1 – 0,2 – 90,1
Abgänge 4,7 61,5 10,1 76,3
Umbuchungen
Wertaufholungen
Umgliederung zur Veräußerung gehaltener Vermögenswerte
Währungsumrechnungsdifferenz – 96,6 – 0,6 – 8,6 – 105,8
Stand 31.12.2014 – 6.926,1 – 465,0 – 256,8 – 0,2 – 7.648,1
             
Restbuchwerte, Stand 31.12.2014 5.398,9 168,7 5.693,9 97,2 36,8 11.395,5

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Marktzulassungen, Patente, Lizenzen und ähnliche Rechte, Markennamen, Warenzeichen und Sonstiges

Die Veränderungen im Konsolidierungskreis beinhalteten die Zugänge an immateriellen Vermögenswerten aus der Akquisition der AZ Electronic Materials S.A., Luxemburg. Eine detaillierte Darstellung dieser Akquisition ist in der Anmerkung [4] gegeben.

Der Restbuchwert von „Marktzulassungen, Patenten, Lizenzen und ähnlichen Rechten, Markennamen, Warenzeichen und Sonstigem“ mit bestimmter Nutzungsdauer in Höhe von 5.398,9 Mio € (Vorjahr: 4.940,1 Mio €) beinhaltete vor allem die im Rahmen der Akquisitionen der AZ Electronic Materials S.A., der Millipore Corporation und der Serono SA identifizierten und aktivierten Vermögenswerte. Der weitaus größte Teil davon entfiel auf die Zulassungen der pharmazeutischen Wirkstoffe und Technologien. Die Restnutzungsdauern dieser Vermögenswerte betrugen 0,5 bis 19,3 Jahre.

Die Zugänge bei den immateriellen Vermögenswerten mit bestimmter Nutzungsdauer beliefen sich im Geschäftsjahr 2014 auf 62,1 Mio € (Vorjahr: 7,0 Mio €) und betrafen mit 59,0 Mio € die Sparte Merck Serono. Der wesentliche Teil hiervon entfiel auf die Lizenzvereinbarung mit Auxogyn zum Eeva-Test, auf eine Kooperationsvereinbarung mit Sutro Biopharma, USA, zur Entwicklung von Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten im Bereich der Onkologie und auf Vermarktungsrechte für Glucophage® und Euthyrox® in Russland, für Rovatitan® in Südkorea und für Cetrotide® in Japan.

Bei den „Marktzulassungen, Patenten, Lizenzen und ähnlichen Rechten, Markennamen, Warenzeichen und Sonstigem“ mit unbestimmter Nutzungsdauer handelte es sich überwiegend um Rechte, die Merck im Zusammenhang mit Wirkstoffen, Produkten oder Technologien erworben hatte und die sich noch im Forschungs- und Entwicklungsstadium befanden. Aufgrund der Unsicherheit, inwieweit diese Projekte letztlich zur Produktion verkaufsfähiger Produkte führen, war der Zeitraum, über den ein daraus resultierender aktivierter Vermögenswert einen Nutzenzufluss an das Unternehmen generieren wird, noch nicht bestimmbar. Die Abschreibung wird erst mit dem Zeitpunkt der Marktzulassung der Produkte beginnen und erfolgt linear über den kürzeren Zeitraum von Patent- beziehungsweise Vertragslaufzeit oder geschätzter Nutzungsdauer.

Die Zugänge bei den immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer beliefen sich im Geschäftsjahr 2014 auf 38,6 Mio € (Vorjahr: 64,5 Mio €) und betrafen ausschließlich die Sparte Merck Serono. Hierbei handelte es sich um weitere Meilensteinzahlungen an Symphogen A/S, Dänemark, für den Erwerb der Lizenz für eine onkologische Substanz. Zudem ging Merck mit Mersana Therapeutics Inc., USA, und Sutro Biopharma, USA, zwei neue Lizenzvereinbarungen im Bereich der Onkologie ein.

Geschäfts- oder Firmenwerte

Die Geschäfts- oder Firmenwerte entstanden vor allem im Rahmen der Akquisitionen der AZ Electronic Materials S.A., der Millipore Corporation und der Serono SA. Die währungsbedingten Änderungen der Geschäfts- oder Firmenwerte resultierten nahezu ausschließlich aus der Umrechnung der zum Teil in US-Dollar geführten Geschäfts- oder Firmenwerte der AZ Electronic Materials S.A. und der Millipore Corporation in die Berichtswährung.

Im Zusammenhang mit dem Verkauf des Geschäftsfelds Discovery and Development Solutions der Sparte Merck Millipore an Eurofins Scientific S.A., Luxemburg, wurde im Vorjahr der dem Geschäftsfeld zuordenbare Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 16,5 Mio € in die Position „zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte“ umgegliedert und ging nach vollzogenem Verkauf im ersten Quartal 2014 ab.

Die Buchwerte von „Marktzulassungen, Patenten, Lizenzen und ähnlichen Rechten, Markennamen, Warenzeichen und Sonstigem“ sowie der Geschäfts- oder Firmenwerte ließen sich wie folgt den Sparten zuordnen:


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in Mio € Restnutzungs­dauer
in Jahren
Merck Serono Consumer
Health
Performance Materials Merck
Millipore
Gesamt
31.12.2014
Gesamt
31.12.2013
               
Marktzulassungen, Patente, Lizenzen und ähnliche Rechte, Markennamen, Warenzeichen und Sonstiges              
bestimmte Nutzungsdauer 2.565,4 9,9 1.071,1 1.752,5 5.398,9 4.940,1
Rebif ® 5,0 1.841,0 1.841,0 2.209,0
Gonal-f ® 4,0 379,8 379,8 474,7
Saizen ® 5,0 153,7 153,7 184,4
Humira ® 19,1
Puregon® 11,5
Technologien 0,5 – 18,3 152,8 0,1 1.054,3 408,4 1.615,6 619,4
Marken 0,5 – 9,5 8,8 12,0 248,9 269,7 255,5
Kundenbeziehungen 0,5 – 12,5 0,6 1,0 0,2 1.095,2 1.097,0 1.166,5
Sonstige 3,0 – 19,3 37,5 4,6 42,1
               
unbestimmte Nutzungsdauer 166,8 1,9 168,7 214,9
               
Geschäfts- oder Firmenwerte 1.601,5 243,1 938,2 2.911,1 5.693,9 4.583,2

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Angaben zu Wertminderungstests immaterieller Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer

Da Geschäfts- oder Firmenwerte und sonstige immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer nicht planmäßig abgeschrieben werden, erfolgt anlassbezogen oder mindestens einmal jährlich ein Wertminderungstest.

Die Geschäfts- oder Firmenwerte wurden im Geschäftsjahr nicht wertgemindert. Die im Rahmen des Wertminderungstests der Geschäfts- und Firmenwerte zugrunde gelegten Annahmen sind in Anmerkung [7] dargestellt.

Bei den immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer ergaben sich im Geschäftsjahr Wertminderungen in Höhe von 84,8 Mio € (Vorjahr: 1,3 Mio €). Eine Wertminderung in Höhe von 37,5 Mio € entfiel auf den Vermögenswert aus der Lizenzvereinbarung mit Symphogen A/S, Dänemark. Die Einstellung des Entwicklungsprogramms in Phase III für Tecemotide, eine in der Forschung befindliche antigenspezifische Krebsimmuntherapie, führte zu einer Wertminderung des betreffenden immateriellen Vermögenswerts in Höhe von 18,5 Mio €. Weitere 14,0 Mio € entfielen auf die Einstellung der Entwicklungsaktivitäten für Ceralifimod (ONO– 4641) zur Behandlung von multipler Sklerose. Alle Sachverhalte wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung der Sparte Merck Serono innerhalb der sonstigen betrieblichen Aufwendungen unter den Wertminderungen ausgewiesen.

Im Geschäftsjahr 2014 wurden für Software Wertminderungen in Höhe von 5,1 Mio € (Vorjahr: 4,3 Mio €) vorgenommen, welche in der Gewinn- und Verlustrechnung innerhalb der sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst wurden.

Im Geschäftsjahr gab es keine der Besicherung von Verbindlichkeiten dienenden immateriellen Vermögenswerte.

(42) Sachanlagen


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in Mio € Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte undBauten einschließlich Bauten auf fremden Grundstücken Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs-
und Geschäfts-ausstattung
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Gesamt
           
Anschaffungs- und Herstellungskosten, Stand 1.1. 2013 2.651,5 3.044,4 906,7 429,1 7.031,7
Veränderungen im Konsolidierungskreis
Zugänge 8,0 15,1 25,0 360,4 408,5
Abgänge – 376,2 – 63,5 – 46,6 – 10,3 – 496,6
Umbuchungen 186,9 253,0 63,0 – 512,1 – 9,2
Umgliederung zur Veräußerung gehaltener Vermögenswerte – 0,8 – 4,4 – 2,7 – 7,9
Währungsumrechnungsdifferenz – 56,9 – 43,8 – 20,4 – 3,6 – 124,7
Stand 31.12.2013 2.412,5 3.200,8 925,0 263,5 6.801,8
           
Kumulierte Abschreibungen, Stand 1.1. 2013 – 1.051,6 – 2.164,6 – 685,1 – 176,8 – 4.078,1
Veränderungen im Konsolidierungskreis
Abschreibungen – 108,9 – 187,8 – 85,2 – 381,9
Wertminderungen – 29,5 – 11,0 – 0,8 – 0,4 – 41,7
Abgänge 148,6 62,1 44,7 9,7 265,1
Umbuchungen – 54,2 – 108,4 – 0,4 166,6 3,6
Wertaufholungen 4,7 0,4 5,1
Umgliederung zur Veräußerung gehaltener Vermögenswerte 0,4 1,8 1,9 4,1
Währungsumrechnungsdifferenz 20,7 33,0 15,5 69,2
Stand 31.12.2013 – 1.069,8 – 2.374,5 – 709,4 – 0,9 – 4.154,6
           
Restbuchwerte, Stand 31.12.2013 1.342,7 826,3 215,6 262,6 2.647,2
           
Anschaffungs- und Herstellungskosten, Stand 1.1. 2014 2.412,5 3.200,8 925,0 263,5 6.801,8
Veränderungen im Konsolidierungskreis 89,8 58,9 33,5 3,6 185,8
Zugänge 20,5 23,9 30,9 410,9 486,2
Abgänge – 14,3 – 49,2 – 46,8 – 2,9 – 113,2
Umbuchungen 69,6 132,9 58,4 – 253,2 7,7
Umgliederung zur Veräußerung gehaltener Vermögenswerte
Währungsumrechnungsdifferenz 57,3 42,4 16,5 8,6 124,8
Stand 31.12.2014 2.635,4 3.409,7 1.017,5 430,5 7.493,1
           
Kumulierte Abschreibungen, Stand 1.1. 2014 – 1.069,8 – 2.374,5 – 709,4 – 0,9 – 4.154,6
Veränderungen im Konsolidierungskreis
Abschreibungen – 104,3 – 189,8 – 90,4 – 384,5
Wertminderungen – 0,4 – 4,7 – 0,6 – 5,7
Abgänge 10,7 46,1 44,9 0,1 101,8
Umbuchungen – 4,1 – 0,1 0,1 – 4,1
Wertaufholungen 0,1 0,4 0,2 0,7
Umgliederung zur Veräußerung gehaltener Vermögenswerte
Währungsumrechnungsdifferenz – 19,0 – 25,6 – 11,6 – 0,1 – 56,3
Stand 31.12.2014 – 1.186,8 – 2.548,2 – 766,8 – 0,9 – 4.502,7
           
Restbuchwerte, Stand 31.12.2014 1.448,6 861,5 250,7 429,6 2.990,4

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Die Veränderungen im Konsolidierungskreis beinhalteten die Zugänge an Sachanlagen aus der Akquisition der AZ Electronic Materials S.A., Luxemburg. Eine detaillierte Darstellung zur Akquisition von AZ ist in der Anmerkung [4] gegeben.

Wesentliche Zugänge bei den Anlagen im Bau sind auf die Errichtung einer neuen Konzernzentrale und den Bau zweier neuer Energiewerke am Standort Darmstadt zurückzuführen. Die Umbuchungen der Anlagen im Bau beinhalteten im Wesentlichen eine neue Mischanlage für Flüssigkristalle in Schanghai, China, welche im ersten Quartal 2014 fertig gestellt und in Betrieb genommen wurde.

Im Geschäftsjahr wurden Wertminderungen in Höhe von 5,7 Mio € (Vorjahr: 41,7 Mio €) vorgenommen. Ein wesentlicher Teil hiervon entfiel auf die Sparte Performance Materials.

Die der Besicherung von Finanzschulden dienenden Sachanlagen waren insgesamt unwesentlich. Öffentliche Zuschüsse und Subventionen im Zusammenhang mit dem Erwerb von Sachanlagen betrugen im Geschäftsjahr 3,7 Mio € (Vorjahr: 2,9 Mio €).

Direkt zurechenbare Fremdkapitalkosten auf qualifizierte Vermögenswerte wurden in Höhe von 3,2 Mio € (Vorjahr: 0,4 Mio €) aktiviert.

Das Sachanlagevermögen beinhaltete auch gemietete Vermögenswerte. Der Gesamtwert der aktivierten Leasinggegenstände lag bei 9,4 Mio € (Vorjahr: 9,3 Mio €). Die entsprechenden Verpflichtungen beliefen sich auf 6,5 Mio € (Vorjahr: 7,7 Mio €), siehe auch Anmerkung [60].

Die Buchwerte der als Finanzierungsleasing klassifizierten Vermögenswerte unterteilten sich wie folgt:


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in Mio € 31.12.2014 31.12.2013
     
Grundstücke und Gebäude 6,8 7,1
Fahrzeuge 1,1 1,4
Sonstige Sachanlagen 1,5 0,8
9,4 9,3

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(43) Langfristige finanzielle Vermögenswerte


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in Mio € 31.12.2014 31.12.2013
     
Beteiligungen 21,5 19,2
Anteile an assoziierten Unternehmen und anderen Unternehmen 57,9 34,3
Wertpapiere – zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 1,3 3,8
Vermögenswerte aus Derivaten (Finanztransaktionen) 4,7
Ausleihungen und andere langfristige finanzielle Vermögenswerte 13,7 15,8
94,4 77,8

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Die nicht konsolidierten Beteiligungen und die Anteile an assoziierten Unternehmen und anderen Unternehmen wurden als „zur Veräußerung verfügbar“ klassifiziert. Hiervon waren Anteile mit einem Buchwert von 66,9 Mio € (Vorjahr: 52,3 Mio €) zu Anschaffungskosten bewertet, da ein Marktpreis nicht ermittelbar war. Der Anstieg bei den Anteilen an assoziierten und anderen Unternehmen ergab sich im Wesentlichen aus dem Zugang der im Rahmen der Akquisition der AZ Electronic Materials S.A. erworbenen Anteile an der InfraServ GmbH & Co. Wiesbaden KG in Höhe von 10,8 Mio €.

Im Jahr 2014 wurden Wertminderungen auf nicht konsolidierte Beteiligungen und sonstige zur Veräußerung verfügbare langfristige finanzielle Vermögenswerte in Höhe von insgesamt 4,4 Mio € (Vorjahr: 5,5 Mio €) erfasst. Diese wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung innerhalb der sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.

Des Weiteren kam es bei den zur Veräußerung verfügbaren langfristigen finanziellen Vermögenswerten zu erfolgsneutralen Marktwertanpassungen von 0,6 Mio € (Vorjahr: 1,2 Mio €).

(44) Finanzschulden


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in Mio €
31.12.2014
<1 Jahr 1–5 Jahre >5 Jahre Gesamt
         
Anleihen und Commercial Paper 1.449,7 347,5 2.827,0 4.624,2
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 67,4 200,0 267,4
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen 501,4 501,4
Darlehen von Dritten und sonstige Finanzschulden 18,6 61,6 4,3 84,5
Verbindlichkeiten aus Derivaten (Finanztransaktionen) 36,0 19,9 97,1 153,0
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 2,8 3,7 6,5
2.075,9 632,7 2.928,4 5.637,0

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in Mio €
31.12.2013
<1 Jahr 1–5 Jahre >5 Jahre Gesamt
         
Anleihen und Commercial Paper 1.730,6 1.412,1 3.142,7
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 42,2 42,2
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen 361,9 361,9
Darlehen von Dritten und sonstige Finanzschulden 24,0 56,0 4,0 84,0
Verbindlichkeiten aus Derivaten (Finanztransaktionen) 10,0 14,1 35,3 59,4
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 2,3 5,0 0,4 7,7
440,4 1.805,7 1.451,8 3.697,9

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Die Verbindlichkeiten des Merck-Konzerns gegenüber Kreditinstituten bestanden in folgenden Währungen:


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in % 31.12.2014 31.12.2013
     
Euro 88,1 14,4
Türkische Lira 4,5 6,9
Chinesischer Renminbi 3,9 20,5
Argentinischer Peso 2,4 39,2
Übrige Währungen 1,1 19,0
100,0 100,0

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Zum Stichtag bestanden folgende Finanzierungszusagen von Kreditinstituten gegenüber dem Merck-Konzern:


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in Mio € Finanzierungs­zusagen von Kreditinstituten Ausnutzung
am 31.12.2014
Verzinsung Fälligkeit
         
Syndizierter Kredit 2013 2.000,0 0,0 variabel 2019
Bilaterale Kreditvereinbarungen mit Kreditinstituten 3,2 3,2 fix / variabel 2015
Bilaterale Kreditvereinbarungen mit Kreditinstituten 200,0 200,0 variabel 2019
Diverse Banklinien 11.544,8 64,2 fix / variabel > 2 Jahre
13.748,0 267,4

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Merck verfügt über eine im Jahr 2014 erneuerte Multi-Währungs-Betriebsmittelkreditlinie über 2 Mrd € („Syndizierter Kredit 2013“). Der Kreditrahmen ist mit einem international zusammengesetzten Bankenkonsortium vereinbart und hat eine verbleibende Laufzeit bis März 2019 mit einer Verlängerungsoption von einem Jahr, die von Merck nach eigenem Ermessen ausgeübt werden kann. Zum Stichtag wurde diese Kreditlinie nicht in Anspruch genommen.

Am 22. September 2014 hat Merck mit einem Bankenkonsortium Kreditlinien in Höhe von 15,6 Mrd US-Dollar zur Sicherstellung der erwarteten Kaufpreiszahlung der geplanten Akquisition der Sigma-Aldrich Corporation, USA, (Sigma-Aldrich) vereinbart. Zum Bilanzstichtag wiesen diese noch ein Nominalvolumen in Höhe von 13,1 Mrd US-Dollar auf, da ein Teil des ursprünglichen Nominalbetrags bereits durch andere Finanzmittel ersetzt werden konnte. Ein signifikanter Teil der Kreditlinie soll bis zum Abschluss der Akquisition durch Kapitalmarktinstrumente ersetzt werden. Die beschriebenen Kreditlinien zur Finanzierung der geplanten Akquisition stellen zum Stichtag den überwiegenden Teil der bestehenden Banklinien in Höhe von 11.544,8 Mio € (Vorjahr: 245,0 Mio €) dar.

Weiterhin stand der Merck KGaA zur Deckung des kurzfristigen Kapitalbedarfs ein „Commercial Paper Program“ mit einem Volumen von 2 Mrd € zur Verfügung, welches zum Berichtszeitpunkt nicht in Anspruch genommen wurde.

Im Oktober 2014 hat Merck sein „Debt Issuance Program“ über ein Volumen von 15 Mrd € erneuert. Das „Debt Issuance Program“ stellt einen flexiblen vertraglichen Rahmen für die Begebung von Anleihen dar.

Im Dezember 2014 hat Merck eine nachrangige Hybridanleihe mit zwei Tranchen begeben. Diese Emission ist Bestandteil der Finanzierung für die geplante Akquisition von Sigma-Aldrich. Beide Tranchen haben eine Laufzeit von 60 Jahren. Die erste Tranche im Nominalvolumen von 1,0 Mrd € hat einen Kupon von 2,625 % und bietet Merck die Möglichkeit, die Anleihe nach 6,5 Jahren vorzeitig zurückzuzahlen. Die zweite Tranche im Nominalvolumen von 500 Mio €, deren Kupon 3,375 % beträgt, ist mit einer Rückzahlungsoption für Merck ausgestattet, die nach zehn Jahren greift. Die Emission wird von den beiden Ratingagenturen Standard & Poor’s und Moody’s nur zur Hälfte als zusätzliche Verschuldung angerechnet („Equity Credit Treatment“), sodass die Emission für die Ratingsituation Mercks vorteilhaft gegenüber einer klassischen Anleiheemission ist. Bilanziell wird die Anleihe vollumfänglich als Fremdkapital erfasst.

Derzeit stehen folgende durch den Merck-Konzern begebene Anleihen aus:


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Emittent Nominalvolumen Laufzeit Nominalzins Ausgabepreis
         
Merck Financial Services GmbH, Deutschland 1.350 Mio € März 2010 – März 2015 3,375 % 99,769
Merck Financial Services GmbH, Deutschland 100 Mio € Dezember 2009 – Dezember 2015 3,615 %1 100,000
EMD Millipore Corporation, USA 250 Mio € Juni 2006 – Juni 2016 5,875 % 99,611
Merck Financial Services GmbH, Deutschland 60 Mio € November 2009 – November 2016 4,000 % 100,000
Merck Financial Services GmbH, Deutschland 70 Mio € Dezember 2009 – Dezember 2019 4,250 % 97,788
Merck Financial Services GmbH, Deutschland 1.350 Mio € März 2010 – März 2020 4,500 % 99,582
Merck KGaA, Deutschland 1.000 Mio € Dezember 2014 – Dezember 20742 2,625 %2 99,274
Merck KGaA, Deutschland 500 Mio € Dezember 2014 – Dezember 20743 3,375 %3 100,000
1
Fixiert durch Zinsswaps.
2
Merck hat das Recht, diese Tranche der im Dezember 2014 begebenen Hybridanleihe erstmals im Juni 2021 vorzeitig zurückzuzahlen; der oben angegebene Nominalzins ist bis zu diesem Zeitpunkt fixiert.
3
Merck hat das Recht, diese Tranche der im Dezember 2014 begebenen Hybridanleihe erstmals im Dezember 2024 vorzeitig zurückzuzahlen; der oben angegebene Nominalzins ist bis zu diesem Zeitpunkt fixiert.

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Für die Finanzschulden des Merck-Konzerns sind keine Pfandrechte oder ähnlichen Sicherheiten hinterlegt. In den Kreditverträgen wurden keine Financial Covenants vereinbart. Die durchschnittlichen Fremdkapitalkosten des Merck-Konzerns lagen am Bilanzstichtag bei 3,3 % (Vorjahr: 3,9 %).

Die Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing stellten den diskontierten Wert zukünftiger Zahlungen aus Finanzierungsleasing dar. Es handelte sich dabei zum größten Teil um Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing von Grundstücken und Gebäuden.

Informationen zu den Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen sind der Anmerkung [66] zu entnehmen.

(45) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen untergliederten sich wie folgt:


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in Mio € 31.12.2014 31.12.2013
     
Verbindlichkeiten gegenüber Dritten 1.539,3 1.363,9
Verbindlichkeiten gegenüber Beteiligungen 0,1 0,2
1.539,4 1.364,1

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In den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen waren auch Abgrenzungen für ausstehende Rechnungen und Erlösminderungen in Höhe von 831,0 Mio € (Vorjahr: 778,0 Mio €) enthalten.

(46) Übrige Verbindlichkeiten

Die übrigen Verbindlichkeiten setzten sich wie folgt zusammen:


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in Mio € Kurzfristig Langfristig 31.12.2014 Kurzfristig Langfristig 31.12.2013
             
Übrige sonstige finanzielle
Verbindlichkeiten
692,9 3,2 696,1 578,9 2,2 581,1
Verbindlichkeiten aus
Derivaten (operativ)
29,0 6,4 35,4 1,5 0,6 2,1
Finanzielle Posten 721,9 9,6 731,5 580,4 2,8 583,2
Abgrenzungen für
Personalaufwendungen
474,3 474,3 439,9 439,9
Weitere Rechnungsabgrenzungen 220,9 768,6 989,5 31,6 2,3 33,9
Erhaltene Anzahlungen
auf Bestellungen
15,0 15,0 16,0 16,0
Verbindlichkeiten aus nicht
einkommensabhängigen Steuern
142,5 3,8 146,3 66,6 0,5 67,1
Nicht-finanzielle Posten 852,7 772,4 1.625,1 554,1 2,8 556,9
1.574,6 782,0 2.356,6 1.134,5 5,6 1.140,1

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Die übrigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten beinhalteten zum 31. Dezember 2014 Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen in Höhe von 425,6 Mio € (Vorjahr: 373,1 Mio €). Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um Gewinnansprüche der E. Merck KG. Des Weiteren waren in dieser Position Verbindlichkeiten gegenüber Beteiligungen in Höhe von 3,1 Mio € (Vorjahr: 1,6 Mio €), Zinsabgrenzungen in Höhe von 85,9 Mio € (Vorjahr: 83,3 Mio €) sowie Verbindlichkeiten aus Lohn- und Gehaltsabrechnungen in Höhe von 65,9 Mio € (Vorjahr: 63,6 Mio €) enthalten. Der restliche in den übrigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesene Betrag von 115,6 Mio € (Vorjahr: 59,5 Mio €) enthielt unter anderem Verbindlichkeiten gegenüber Versicherungen sowie Zahlungsverpflichtungen aus vertraglichen Vereinbarungen mit anderen Unternehmen.

Der Anstieg der weiteren Rechnungsabgrenzungen resultierte aus der Kollaborationsvereinbarung mit Pfizer Inc., USA; siehe hierzu Anmerkung [5].

(47) Ertragsteuerverbindlichkeiten

Die Steuerschulden sowie die Rückstellungen für Steuerverpflichtungen beliefen sich zum 31. Dezember 2014 in der Summe auf Ertragsteuerverbindlichkeiten in Höhe von 849,8 Mio € (Vorjahr: 465,1 Mio €). Der Anstieg der Verbindlichkeiten resultierte im Wesentlichen aus den gestiegenen Ertragsteueraufwendungen im Geschäftsjahr, siehe Anmerkung [32], sowie erhöhten Rückstellungen für potenzielle Steuerverpflichtungen.

(48) Rückstellungen

Die Rückstellungen entwickelten sich wie folgt:


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in Mio € Rechtsstreitigkeiten Restrukturierung Leistungen an Arbeitnehmer Umweltschutz­maßnahmen Übrige Gesamt
             
Stand 1.1.2014 772,3 202,8 201,6 111,2 217,9 1.505,8
Zugang 125,1 44,1 130,8 9,9 167,3 477,2
Verbrauch – 332,3 – 104,2 – 58,2 – 12,1 – 36,4 – 543,2
Auflösung – 260,3 – 8,3 – 24,4 – 3,4 – 25,1 – 321,5
Aufzinsung 5,0 1,5 17,3 23,8
Währungsumrechnungsdifferenz 22,5 2,1 14,2 0,8 4,5 44,1
Veränderungen im
Konsolidierungskreis / Sonstiges
60,8 1,3 – 60,5 1,6
Stand 31.12.2014 393,1 136,5 266,8 123,7 267,7 1.187,8
davon: kurzfristig 140,5 65,5 120,0 11,3 224,4 561,7
davon: langfristig 252,6 71,0 146,8 112,4 43,3 626,1

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Rechtsstreitigkeiten

Die Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten beliefen sich zum 31. Dezember 2014 auf 393,1 Mio € (Vorjahr: 772,3 Mio €). Eine Vielzahl der gegenwärtig anhängigen Rechtsstreitigkeiten und behördlichen Verfahren betrifft die Sparte Merck Serono. Die im Folgenden beschriebenen Rechtsfälle stellen die bedeutendsten Rechtsrisiken dar.

Produktbezogene und patentrechtliche Verfahren

Das Risiko für Rechtsstreitigkeiten mit Israel Bio-Engineering Project Limited Partnership ("IBEP") konnte zum Jahresende ausgeräumt werden. IBEP machte Eigentumsrechte und die Zahlung von Lizenzgebühren für die Vergangenheit und die Zukunft geltend. Die Rechtsstreitigkeiten standen im Zusammenhang mit der Finanzierung von Forschungsprojekten im medizinischen Bereich in den frühen 1980er Jahren. Merck hatte für diese Rechtsstreitigkeiten in der Vergangenheit bilanzielle Vorsorgemaßnahmen getroffen. Zum Jahresende konnte Merck mit IBEP einen Vergleich schließen, wonach die Rechtsstreitigkeiten gegen Zahlung eines Geldbetrags beigelegt wurden. Die in Vorjahren gebildete Rückstellung wurde anteilig in Anspruch genommen beziehungsweise aufgelöst.

Rebif® : Merck ist in einen Patentrechtsstreit mit Biogen Idec Inc., USA, („Biogen“) in den USA involviert. Biogen behauptet, der Verkauf von Rebif® in den USA verletze ein Patent von Biogen. Das streitgegenständliche Patent wurde Biogen im Jahr 2009 in den USA erteilt. In der Folge verklagte Biogen Merck sowie weitere Pharmaunternehmen wegen Verletzung dieses Patents. Merck verteidigte sich gegen sämtliche Vorwürfe und erhob Widerklage mit dem Antrag festzustellen, dass das Patent ungültig sei und durch das Verhalten von Merck nicht verletzt werde. Ein „Markman Hearing“ fand im Januar 2012 statt, eine Entscheidung ist bisher nicht ergangen. Die Parteien befinden sich derzeit in einem vom Gericht angeordneten Mediationsverfahren, das noch nicht offiziell beendet ist. Wann eine Entscheidung in der ersten Instanz getroffen werden wird, ist derzeit noch offen. Merck hat bilanzielle Vorsorgemaßnahmen getroffen.

In der Sparte Performance Materials befindet sich Merck in Verhandlungen mit einem Wettbewerber betreffend möglicher Patentverletzungen. Den vom Wettbewerber behaupteten Patentverletzungen hält Merck die Invalidität der genannten Patente aufgrund des einschlägigen Stands der Technik entgegen. Der Wettbewerber hat mit der Erhebung von Patentverletzungsklagen gedroht. Merck hat bilanzielle Vorsorgemaßnahmen für diesen Sachverhalt getroffen.

Kartellrechtliche und sonstige Verfahren

Raptiva® : Im Dezember 2011 verklagte der Bundesstaat São Paulo, Brasilien, Merck auf Schadenersatz wegen angeblicher Absprachen zwischen verschiedenen Pharmaunternehmen und einer Assoziation von an Psoriasis und Vitiligo erkrankten Patienten. Die Absprachen hätten auf eine Steigerung des Umsatzes von Arzneimitteln der involvierten Unternehmen zum Nachteil von Patienten und der Staatskasse abgezielt. Im Zusammenhang mit dem Produkt Raptiva® bestehen überdies auch Klagen von Patienten auf Schadenersatzleistungen. Merck hat bilanzielle Vorsorgemaßnahmen für diese Sachverhalte getroffen.

Gestaltung von Arzneimittelpreisen durch die veräußerte Generics-Gruppe

Paroxetine: Im Zusammenhang mit dem veräußerten Generikageschäft ist Merck in Großbritannien wettbewerbsrechtlichen Ermittlungen durch die britische Competition and Market Authority („CMA“) ausgesetzt. Die Behörde informierte Merck im März 2013 über die Annahme, dass eine im Jahr 2002 zwischen Generics (UK) Ltd. und mehreren GlaxoSmithKline-Gesellschaften im Zusammenhang mit dem antidepressiv wirkenden Arzneimittel Paroxetine geschlossene Vergleichsvereinbarung britisches und europäisches Wettbewerbsrecht verletze. Merck als damalige Eigentümerin von Generics (UK) Ltd. sei in die Verhandlungen der Vergleichsvereinbarung involviert gewesen und deshalb haftbar. Die Ermittlungen gegen Generics (UK) Ltd. liefen bereits seit 2011, ohne dass Merck Kenntnis hiervon hatte. Es wird als wahrscheinlich erachtet, dass die CMA gegen Merck ein Bußgeld verhängt. Merck hat bilanzielle Vorsorgemaßnahmen getroffen.

Devisentransferbeschränkungen

Merck ist neben weiteren Unternehmen in einer Jurisdiktion behördlichen Untersuchungen bezüglich der Einhaltung von Devisentransferbeschränkungen ausgesetzt. In diesem Zusammenhang wird von den zuständigen Behörden geprüft, ob die Importpreise zu unzulässig hohen Devisentransfers geführt haben. Für die aufgrund der unsicheren Rechtslage im betroffenen Land als wahrscheinlich eingeschätzten Rück- und Strafzahlungen wurde bilanziell Vorsorge getroffen. Der für diesen Sachverhalt im Vorjahr in den übrigen Rückstellungen gebildete Betrag wurde in die Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten umgegliedert.

Neben Rückstellungen für die genannten Rechtsfälle bestanden zum Bilanzstichtag Rückstellungen für verschiedene kleinere anhängige Rechtsstreitigkeiten.

Restrukturierung

Rückstellungen für Restrukturierung beinhalteten im Wesentlichen Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern im Zusammenhang mit Restrukturierungsprojekten und Rückstellungen für belastende Verträge. Der Ansatz erfolgte, nachdem detaillierte Restrukturierungspläne aufgestellt und bekanntgegeben waren.

Im Jahr 2012 wurde das Transformations- und Wachstumsprogramm „Fit für 2018“ aufgelegt. Ziel dieses Programms ist es, die Wettbewerbsfähigkeit und das Wachstum des Merck-Konzerns langfristig zu sichern. Die in diesem Zusammenhang erfassten langfristigen Rückstellungen in Höhe von 71,0 Mio € (Vorjahr: 74,7 Mio €) beinhalteten im Wesentlichen Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern aus Altersteilzeit- und Vorruhestandsregelungen, die kurzfristigen Rückstellungen in Höhe von 65,5 Mio € (Vorjahr: 128,1 Mio €) daneben noch zukünftige Verpflichtungen für Abfindungen und Verpflichtungen aus der Schließung von Standorten. Die im Jahr 2014 geleisteten Auszahlungen in Höhe von 104,3 Mio € sind im Wesentlichen auf Zahlungen an Mitarbeiter für Abfindungen zurückzuführen. Die Zahlungsmittelabflüsse der Restrukturierungsrückstellungen werden überwiegend innerhalb eines Zeitraums bis zum Jahr 2019 erwartet.

Leistungen an Arbeitnehmer / anteilsbasierte Vergütung

In den Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer sind Verpflichtungen aus langfristigen variablen Vergütungsprogrammen enthalten. Im Geschäftsjahr wurden letztmals Zahlungen aus dem bis 2011 bestehenden langfristigen Vergütungsprogramm geleistet. Das ab 2012 geltende langfristige variable Vergütungsprogramm richtet sich außer an einer kennzahlenbasierten Zielerreichung vor allem an einer langfristigen Performance der Merck-Aktie aus. Den berechtigten Führungskräften und Mitarbeitern wird eine bestimmte Anzahl von virtuellen Aktien, den Merck Share Units („MSUs“), zum Ende eines dreijährigen Performance-Zeitraums in Aussicht gestellt. Die Anzahl der in Aussicht gestellten MSUs hängt ab vom für die jeweilige Person definierten Gesamtwert und vom Durchschnitt der Schlusskurse der Merck-Aktie im Xetra®-Handel während der letzten 60 Handelstage vor dem 1. Januar des jeweiligen Geschäftsjahrs (Basiskurs). Voraussetzung für eine Auszahlung an die obere Führungsebene unter dem Plan ist ein vom jeweiligen Festgehalt abhängiges Eigeninvestment in Merck-Aktien. Nach Ablauf des dreijährigen Performance-Zeitraums wird die Anzahl der dann zu gewährenden MSUs abhängig von der Entwicklung zweier Key-Performance-Indikatoren („KPls“) festgestellt. Die KPls sind zum einen die Performance der Merck-Aktie gegenüber der des DAX® mit einer Gewichtung von 70 % und zum anderen die Entwicklung der um Sondereinflüsse bereinigten EBITDA-Marge während des Performance-Zeitraums im Verhältnis zu einem festgelegten Zielwert mit einer Gewichtung von 30 %. Abhängig von der Entwicklung der KPls werden den Berechtigten nach Ende des jeweiligen Performance-Zeitraums zwischen 0 % und 150 % der in Aussicht gestellten MSUs gewährt.

Auf Grundlage der gewährten MSUs erfolgt eine Barauszahlung an die Berechtigten zu einem festgelegten Zeitpunkt im Folgejahr nach Ablauf des dreijährigen Performance-Zeitraums. Der für die Auszahlung maßgebliche Wert einer gewährten MSU entspricht dem Durchschnitt der Schlusskurse der Merck-Aktie im Xetra®-Handel während der letzten 60 Handelstage vor dem 1. Januar nach Ende des Performance-Zeitraums. Der Auszahlungsbetrag ist auf das Dreifache des Basiskurses begrenzt.


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  2012er-Tranche 2013er-Tranche 2014er-Tranche
       
Performance-Zeitraum 1.1. 2012 – 31.12.2014 1.1. 2013 – 31.12. 2015 1.1. 2014 – 31.12. 2016
Laufzeit 3 Jahre 3 Jahre 3 Jahre
Basiskurs der Merck-Aktie in €
(60-Tages-Durchschnitt der Merck-Aktie vor dem Beginn
des Performance-Zeitraums)
69,57 100,11 122,84
Basiskurs des DAX®
(60-Tages-Durchschnitt des DAX® vor dem Beginn
des Performance-Zeitraums)
5.883,35 7.350,64 9.065,08
       
Anzahl in Aussicht gestellter MSUs      
Erstmals in Aussicht gestellt im Jahr 2012 538.235
Verfallen 30.685
Stand 31.12. 2012 507.550
Erstmals in Aussicht gestellt im Jahr 2013 389.658
Verfallen 28.101 11.938
Stand 31.12.2013 479.449 377.720
Erstmals in Aussicht gestellt im Jahr 2014 355.164
Verfallen 42.215 38.179 21.247
An Mitarbeiter der AZ-Electronic-Materials-Gruppe am 2. 5. 2014 gewährte MSUs 22.865
Stand 31.12.2014 437.234 339.541 356.782

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Der beizulegende Zeitwert der Verpflichtungen wird an jedem Bilanzstichtag mittels einer Monte-Carlo-Simulation auf Basis der zuvor beschriebenen KPIs neu ermittelt. Die erwarteten Volatilitäten basieren auf der impliziten Volatilität der Merck-Aktie und des DAX® entsprechend der Restlaufzeit der LTIP-Tranche. Die in das Bewertungsmodell einfließenden Dividendenzahlungen orientieren sich an der mittelfristigen Dividendenerwartung. Der Wert der Rückstellung für die abgelaufene Erdienungsperiode betrug zum 31. Dezember 2014 144,8 Mio € (Vorjahr: 63,5 Mio €). Der Nettoaufwand für das Geschäftsjahr 2014 belief sich auf 81,3 Mio € (Vorjahr: 45,7 Mio €).

Für die Geschäftsleitung gilt ein eigenständiger Long-Term Incentive Plan, der in seiner Ausgestaltung dem hier beschriebenen Long-Term Incentive Plan im Wesentlichen entspricht. Eine Beschreibung des Plans für die Geschäftsleitung befindet sich im Vergütungsbericht als Teil der Erklärung zur Unternehmensführung.

Darüber hinaus wurden Altersteilzeitverpflichtungen und sonstige Abfindungen, die nicht im Zusammenhang mit dem Programm „Fit für 2018“ gebildet wurden, sowie Verpflichtungen aus Langzeitkonten und Jubiläumsgeldern in den Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer berücksichtigt.

Bezüglich der Rückstellungen für leistungsorientierte Pläne nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses wird auf Anmerkung [49] verwiesen.

Umweltschutzmaßnahmen

Die Rückstellungen für Umweltschutzmaßnahmen bestanden im Wesentlichen in Deutschland und den USA und wurden insbesondere für Verpflichtungen aus Bodensanierungen und Grundwasserschutz im Zusammenhang mit dem aufgegebenen Pflanzenschutzgeschäft gebildet.

Übrige Rückstellungen

Die übrigen Rückstellungen beinhalteten im Wesentlichen Rückstellungen für Abnahmeverpflichtungen, Nachlaufkosten aus aufgegebenen Forschungsprojekten, sonstige Gewährleistungen sowie Rückstellungen für ungewisse Verpflichtungen aus Beiträgen, Abgaben und Gebühren.

Im Berichtsjahr wurden das klinische Entwicklungsprogramm für Tecemotide, eine in der Forschung befindliche antigenspezifische Krebsimmuntherapie zur Behandlung des nicht kleinzelligen Bronchialkarzinoms, und die Entwicklungstätigkeit für Plovamer Acetat, einen Wirkstoff zur Behandlung von multiplen Sklerose, eingestellt. Darüber hinaus wurden Lizenzrechte am Wirkstoff Ceralifimod an Ono Pharmaceutical Co., Ltd., Japan, zurückgegeben, da dieser nicht die Kriterien für weitere Investitionen erfüllt. Ferner hat sich Merck Serono entschlossen, die Rechte an der Substanz Sym004 an Symphogen A/S, Dänemark, zurückzugeben. Für voraussichtlich anfallende Nachlaufkosten der genannten und weiterer aufgegebener Forschungsprojekte wurden in der Berichtsperiode Rückstellungen gebildet.

(49) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Für die Mitarbeiter des Merck-Konzerns bestehen je nach rechtlichen, wirtschaftlichen und steuerlichen Gegebenheiten des jeweiligen Landes unterschiedliche Systeme der Altersversorgung, die in der Regel auf der Dauer der Betriebszugehörigkeit und dem Entgelt der Mitarbeiter basieren. Die Pensionsverpflichtungen umfassen im Merck-Konzern sowohl leistungs- als auch beitragsorientierte Versorgungssysteme und enthalten sowohl Verpflichtungen aus laufenden Pensionen als auch Anwartschaften auf zukünftig zu zahlende Pensionen. Leistungsorientierte Altersversorgungssysteme sind im Merck-Konzern sowohl rückstellungs- als auch fondsfinanziert. In den Rückstellungen sind ebenfalls pensionsähnliche Verpflichtungen enthalten, wie etwa die Rückstellungen für künftige Krankheitskosten von Rentnern in den USA.

Um die Risiken veränderter Kapitalmarktbedingungen und demographischer Entwicklungen zu begrenzen, werden neu eintretenden Mitarbeitern seit einigen Jahren ausschließlich beitragsorientierte Pläne angeboten.

Der in der Bilanz erfasste Wert für „Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen“ leitete sich wie folgt her:


Tabelle anzeigen
in Mio € 31.12.2014 31.12.2013
     
Barwert aller definierten Leistungsverpflichtungen 3.812,7 2.736,8
     
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens – 1.994,4 – 1.840,2
Finanzierungsstatus 1.818,3 896,6
     
Auswirkungen der Vermögensobergrenzen 10,5
Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen 1.818,3 907,1
     
Vermögenswerte aus leistungsorientierten Versorgungsplänen 1,8 3,8
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 1.820,1 910,9

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Die Berechnung der definierten Leistungsverpflichtungen sowie des in bestimmten Fällen zugehörigen Planvermögens beruhte auf folgenden versicherungsmathematischen Annahmen:


Tabelle anzeigen
  Deutschland Schweiz Großbritannien Andere Länder
in % 2014 2013 2014 2013 2014 2013 2014 2013
                 
Abzinsungssatz 2,00 3,75 1,00 2,30 3,66 4,57 4,16 4,76
Künftige Gehaltssteigerung 2,52 2,51 1,96 1,73 2,10 3,89 4,53 4,03
Künftige Rentensteigerung 1,75 1,75 0,01 3,06 3,38 1,58 2,34
Künftige Kostensteigerung für medizinische Versorgung 5,10 5,10

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Es handelt sich dabei um Durchschnittswerte, die mit dem Barwert der jeweiligen definierten Leistungsverpflichtung gewichtet wurden.

Den definierten Leistungsverpflichtungen des Merck-Konzerns lagen folgende Arten der durch den jeweiligen Plan bereitgestellten Leistungen zugrunde:


Tabelle anzeigen
  Deutschland Andere Länder Merck-Konzern
Barwert der definierten Leistungsverpflichtungen in Mio € 31.12.2014 31.12.2014 31.12.2014
       
Auf dem Endgehalt basierende Leistungsverpflichtung      
Annuität 2.542,3 462,5 3.004,8
Einmalzahlung 98,0 98,0
Ratenzahlungen 1,2 1,2
Nicht auf dem Endgehalt basierende Leistungsverpflichtung      
Annuität 141,9 506,9 648,8
Einmalzahlung 7,1 40,1 47,2
Plan zur medizinischen Versorgung 12,7 12,7
2.692,5 1.120,2 3.812,7

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Die wesentlichen Versorgungsregelungen sind im Folgenden beschrieben:

Auf die Merck KGaA und die AB Allgemeine Pensions GmbH & Co. KG entfielen 2.434,0 Mio € (Vorjahr: 1.670,6 Mio €) der definierten Leistungsverpflichtungen und 1.098,1 Mio € (Vorjahr: 1.052,6 Mio €) des Planvermögens. Die zugesagten Leistungen umfassen Alters-, Invaliditäts- und Hinterbliebenenleistungen. Diese Verpflichtungen basieren einerseits auf Versorgungsregelungen mit dienstzeitabhängigen, endgehaltsbezogenen Leistungszusagen, die für Neueintritte geschlossen wurden. Andererseits besteht für Eintritte seit dem 1. Januar 2005 eine Versorgungsregelung in Form einer Direktzusage, die als beitragsorientiertes Altersversorgungssystem ausgestaltet wurde. Der Leistungsanspruch ergibt sich dabei aus der Kumulation von jährlich ermittelten Rentenbausteinen, die auf Basis eines definierten Versorgungsaufwands und einer altersabhängigen Verrentungstabelle berechnet werden. Gesetzliche Mindestfinanzierungsverpflichtungen bestehen nicht.

Auf die Pensionskasse Merck Serono in der Schweiz entfielen 402,6 Mio € (Vorjahr: 314,8 Mio €) der definierten Leistungsverpflichtungen und 363,5 Mio € (Vorjahr: 324,9 Mio €) des Planvermögens, wovon im Vorjahr 10,5 Mio € wegen Auswirkungen der Vermögensobergrenzen gemäß IAS 19.64 nicht angesetzt werden durften. Diese Verpflichtungen beruhen auf der Gewährung von Alters-, Invaliditäts- und Hinterbliebenenleistungen, welche die gesetzlich vorgegebenen Leistungen umfassen. Es werden sowohl Arbeitgeber- als auch Arbeitnehmerbeiträge an die Pensionskasse entrichtet. Es bestehen gesetzliche Mindestfinanzierungsverpflichtungen.

Auf das Merck Pension Scheme in Großbritannien entfielen 376,5 Mio € (Vorjahr: 320,1 Mio €) der definierten Leistungsverpflichtungen und 343,6 Mio € (Vorjahr: 293,1 Mio €) des Planvermögens. Diese Verpflichtungen ergeben sich durch einen dienstzeitabhängigen, endgehaltsbezogenen Leistungsplan, der im Jahr 2006 für Neueintritte geschlossen wurde. Die zugesagten Leistungen umfassen Alters-, Invaliditäts- und Hinterbliebenenleistungen. Arbeitgeber und Arbeitnehmer entrichten Beiträge in den Plan. In Großbritannien bestehen ebenfalls gesetzliche Mindestfinanzierungsverpflichtungen.

In der Berichtsperiode wurden insgesamt folgende Posten ergebniswirksam erfasst:


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in Mio € 2014 2013
     
Laufender Dienstzeitaufwand 83,5 82,7
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand – 2,5 2,6
Gewinne (–) oder Verluste (+) aus Abgeltung – 4,3 – 2,8
Sonstige ergebniswirksam erfasste Einflüsse 1,8 1,0
Zinsaufwendungen 101,9 92,9
Zinserträge – 67,2 – 52,1
Summe der erfolgswirksam erfassten Beträge 113,2 124,3

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Bis auf den Saldo aus den Zinsaufwendungen auf die definierten Leistungsverpflichtungen und den Zinserträgen aus dem Planvermögen, der im Finanzergebnis ausgewiesen wird, werden die relevanten Aufwendungen für leistungs- und beitragsorientierte Versorgungssysteme auf die einzelnen Funktionsbereiche verteilt.

Während der Berichtsperiode veränderte sich der Barwert der definierten Leistungsverpflichtungen wie folgt:


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in Mio € Fondsfinanzierte Versorgungs­zusagen Rückstellungs­finanzierte Versorgungs­zusagen 2014 Fondsfinanzierte Versorgungs­zusagen Rückstellungs­finanzierte Versorgungs­zusagen 2013
             
Barwert aller definierten
Leistungsverpflichtungen, Stand 1.1.
2.533,0 203,8 2.736,8 2.615,7 214,4 2.830,1
Währungsumrechnungsdifferenzen 39,2 3,1 42,3 – 27,2 – 3,5 – 30,7
Laufender Dienstzeitaufwand 73,0 10,5 83,5 72,5 10,2 82,7
Nachzuverrechnender
Dienstzeitaufwand
– 2,0 – 0,5 – 2,5 2,6 2,6
Gewinne (–) oder Verluste (+)
aus Abgeltung
– 3,2 – 1,1 – 4,3 – 2,2 – 0,6 – 2,8
Zinsaufwendungen 92,6 9,0 101,6 85,4 7,5 92,9
Versicherungsmathematische
Gewinne (–) / Verluste (+)
849,2 73,8 923,0 – 49,5 – 10,8 – 60,3
Beiträge zum Versorgungsplan –
Arbeitnehmer
7,2 7,2 7,0 7,0
Geleistete Zahlungen – 94,0 – 5,9 – 99,9 – 178,5 – 7,3 – 185,8
Veränderungen im
Konsolidierungskreis
8,3 17,4 25,7
Sonstige ergebniswirksam
erfasste Einflüsse
0,1 0,1 – 0,3 – 0,5 – 0,8
Sonstige Veränderungen 0,3 – 1,1 – 0,8 7,5 – 5,6 1,9
Barwert aller definierten
Leistungsverpflichtungen,
Stand 31.12.
3.503,6 309,1 3.812,7 2.533,0 203,8 2.736,8

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In der folgenden Übersicht wird aufgezeigt, in welcher Weise der Barwert aller definierten Leistungsverpflichtungen durch Veränderungen bei den maßgeblichen versicherungsmathematischen Annahmen beeinflusst worden wäre. Zur Ermittlung der Sensitivitäten wurde grundsätzlich der jeweils betrachtete Parameter bei ansonsten konstant gehaltenen Bewertungsannahmen variiert. Sozialversicherungsgrößen wurden, sofern deren Entwicklungen mit dem Gehaltstrend gleichgesetzt worden sind, zusammen mit dem Gehaltstrend variiert.


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in Mio € 31.12.2014
   
Barwert aller definierten Leistungsverpflichtungen, falls  
der Abzinsungssatz 50 Basispunkte höher wäre 3.463,7
der Abzinsungssatz 50 Basispunkte niedriger wäre 4.218,1
die künftige Gehaltssteigerung 50 Basispunkte höher wäre 3.947,7
die künftige Gehaltssteigerung 50 Basispunkte niedriger wäre 3.690,7
die künftige Rentensteigerung 50 Basispunkte höher wäre 4.028,0
die künftige Rentensteigerung 50 Basispunkte niedriger wäre 3.633,7
die künftige Kostensteigerung für medizinische Versorgung 50 Basispunkte höher wäre 3.813,7
die künftige Kostensteigerung für medizinische Versorgung 50 Basispunkte niedriger wäre 3.811,8

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Der Zeitwert des Planvermögens veränderte sich im Laufe der Berichtsperiode wie folgt:


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in Mio € 2014 2013
     
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens, Stand 1.1. 1.840,2 1.633,6
Währungsumrechnungsdifferenzen 33,7 – 22,1
Zinserträge aus Planvermögen 67,2 52,1
Versicherungsmathematische Gewinne (+) / Verluste (–) aufgrund von
erfahrungsbedingten Berichtigungen
50,7 49,0
Funding CTA Merck KGaA 200,0
Eingezahlte Beträge – Arbeitgeber 27,2 39,9
Eingezahlte Beträge – Arbeitnehmer 7,2 7,0
Aus dem Planvermögen geleistete Zahlungen – 32,8 – 119,1
Veränderungen im Konsolidierungskreis 3,0
Ergebniswirksam erfasste, aus dem Planvermögen geleistete Planverwaltungskosten – 1,9 – 1,7
Sonstige ergebniswirksam erfasste Einflüsse 0,2 – 0,1
Sonstige Veränderungen – 0,3 1,6
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens, Stand 31.12. 1.994,4 1.840,2

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Der tatsächliche Ertrag aus dem Planvermögen betrug im Berichtsjahr 117,9 Mio € (Vorjahr: 101,1 Mio €). Veränderungen der Auswirkungen der Vermögensobergrenzen gemäß IAS 19.64 wurden in Höhe von 10,8 Mio € als versicherungsmathematische Gewinne (Vorjahr: 10,5 Mio € Verluste) und in Höhe von 0,3 Mio € (Vorjahr: 0,0 Mio €) als Zinsaufwendungen erfasst. Die Auswirkungen der Vermögensobergrenzen zum Bilanzstichtag betrugen 0,0 Mio € (Vorjahr: 10,5 Mio €).

Die Entwicklung der kumulierten versicherungsmathematischen Gewinne (+) und Verluste (–) stellte sich folgendermaßen dar:


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in Mio € 2014 2013
     
Kumulierte versicherungsmathematische Gewinne (+) / Verluste (–), Stand 1.1. – 694,8 – 795,6
Währungsumrechnungsdifferenzen – 12,1 2,0
Neubewertungen von definierten Leistungsverpflichtungen    
Versicherungsmathematische Gewinne (+) / Verluste (–) aus Veränderungen bei den demografischen Annahmen 19,1 – 1,1
Versicherungsmathematische Gewinne (+) / Verluste (–) aus Veränderungen bei den finanziellen Annahmen – 915,2 88,6
Versicherungsmathematische Gewinne (+) / Verluste (–) aufgrund von erfahrungsbedingten Berichtigungen – 26,9 – 27,2
Neubewertung des Planvermögens    
Versicherungsmathematische Gewinne (+) / Verluste (–) aufgrund von erfahrungsbedingten Berichtigungen 50,7 49,0
Veränderungen der Auswirkungen der Vermögensobergrenzen    
Versicherungsmathematische Gewinne (+) / Verluste (–) 10,8 – 10,5
Umgliederung innerhalb der Gewinnrücklagen
Kumulierte versicherungsmathematische Gewinne (+) / Verluste (–), Stand 31.12. – 1.568,4 – 694,8

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Das Planvermögen für fondsfinanzierte definierte Leistungsverpflichtungen setzte sich im Wesentlichen aus festverzinslichen Wertpapieren, Aktien und Wertpapierfonds zusammen. Darin waren weder Finanzinstrumente, die von Gesellschaften des Merck-Konzerns emittiert wurden, noch von Konzerngesellschaften genutzte Immobilien enthalten.

Das Planvermögen dient ausschließlich der Erfüllung der definierten Leistungsverpflichtungen. Die Unterlegung der Leistungsverpflichtungen mit Finanzmitteln stellt eine Vorsorge für künftige Mittelabflüsse dar, die in einigen Ländern (zum Beispiel Schweiz und Großbritannien) aufgrund bestehender gesetzlicher Vorgaben, in anderen Ländern (zum Beispiel Deutschland) auf freiwilliger Basis erfolgt.

Das Verhältnis zwischen dem beizulegenden Zeitwert des Planvermögens und dem Barwert der definierten Leistungsverpflichtungen bezeichnet man als Finanzierungsgrad des jeweiligen Pensionsplans. Übersteigen die Leistungsverpflichtungen das Planvermögen, stellt dies eine Planunterdeckung dar.

Zu beachten ist allerdings, dass sowohl die Leistungsverpflichtungen als auch das Planvermögen im Zeitablauf schwanken. Dies kann dazu führen, dass die Unterdeckung ansteigt. Je nach gesetzlichen Vorschriften könnte es für den Merck-Konzern in einzelnen Ländern notwendig werden, durch Zuführung liquider Mittel die Unterdeckung zu reduzieren. Gründe für solche Schwankungen können zum Beispiel Veränderungen des Marktzinses und damit des Abzinsungssatzes oder auch Anpassungen anderer versicherungsmathematischer Annahmen (zum Beispiel Lebenserwartung, Inflationsraten) sein.

Um solche Schwankungen möglichst gering ausfallen zu lassen, beachtet der Merck-Konzern bei der Vermögensverwaltung des Planvermögens auch die möglichen Schwankungen der Passivseite. Im Idealfall verhalten sich das Vermögen und die Verbindlichkeiten bei exogenen Einflussfaktoren gegenläufig, sodass ein natürlicher Schutz gegen diese Einflussfaktoren besteht. Um diesen Effekt herzustellen, wird der entsprechende Einsatz von Finanzinstrumenten bei den einzelnen Pensionsplänen in Erwägung gezogen.

Der beizulegende Zeitwert des Planvermögens verteilte sich auf folgende Anlageklassen:


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  31.12.2014 31.12.2013
in Mio € Marktpreis­notierung in einem aktiven Markt Keine Marktpreis­notierung in einem aktiven Markt Gesamt Marktpreis­notierung in einem aktiven Markt Keine Marktpreis­notierung in einem aktiven Markt Gesamt
             
Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente
167,0 167,0 522,8 0,1 522,9
Eigenkapitalinstrumente 544,9 544,9 433,8 0,9 434,7
Schuldinstrumente 662,5 662,5 589,2 0,5 589,7
Direkte Investitionen in Immobilien 84,7 84,7 79,1 79,1
Wertpapierfonds 371,3 371,3 136,7 136,7
Versicherungsverträge 74,9 74,9 71,4 71,4
Sonstige 88,2 0,9 89,1 5,7 5,7
Beizulegender Zeitwert
des Planvermögens
1.833,9 160,5 1.994,4 1.688,2 152,0 1.840,2

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Die Einzahlungen des Arbeitgebers in das Planvermögen und die direkten Zahlungen an Planteilnehmer werden im folgenden Jahr voraussichtlich 93,3 Mio € betragen. Die gewichtete Duration betrug 20 Jahre.

Für beitragsorientierte Altersversorgungssysteme, die ausschließlich über externe Fonds finanziert werden und bei denen außer der Zahlung von Beiträgen keine weiteren Verpflichtungen für Gesellschaften des Merck-Konzerns bestehen, betrug der Aufwand aus den laufenden Beitragszahlungen 38,7 Mio € (Vorjahr: 19,3 Mio €). Ferner wurden an die gesetzliche Rentenversicherung in Deutschland Arbeitgeberbeiträge in Höhe von 57,2 Mio € (Vorjahr: 55,5 Mio €) und an gesetzliche Rentenversicherungen im Ausland Arbeitgeberbeiträge in Höhe von 28,5 Mio € (Vorjahr: 29,7 Mio €) abgeführt.

(50) Eigenkapital

Gesellschaftskapital

Das Gesamtkapital der Gesellschaft setzt sich zusammen aus dem in Aktien eingeteilten Grundkapital sowie dem von der E. Merck KG als persönlich haftendem Gesellschafter gehaltenen Kapitalanteil. Das Grundkapital der Gesellschaft in Höhe von 168,0 Mio € war zum Bilanzstichtag in 129.242.251 auf den Inhaber lautende Stückaktien ohne Nennbetrag sowie eine Namensaktie eingeteilt und wird als gezeichnetes Kapital ausgewiesen. Die Aktienanzahl hat sich dabei im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt, nachdem die ordentliche Hauptversammlung der Merck KGaA am 9. Mai 2014 einen Aktiensplit im Verhältnis 1:2 beschlossen hat. Die Umsetzung des Aktiensplits erfolgte zum 30. Juni 2014.

Der bei der Ausgabe von Aktien durch die Merck KGaA über den Nennbetrag hinaus erzielte Betrag wurde in die Kapitalrücklage eingestellt. Der vom persönlich haftenden Gesellschafter gehaltene Kapitalanteil belief sich auf 397,2 Mio €.

Ergebnisanteil der E. Merck KG

Zwischen der E. Merck KG und der Merck KGaA besteht eine wechselseitige Ergebnisabführung. Durch diese wird erreicht, dass die E. Merck KG als Komplementär der Merck KGaA und die Kommanditaktionäre entsprechend dem Verhältnis von Komplementär- und Grundkapital (70,274 % beziehungsweise 29,726 % des Gesellschaftskapitals) am Ergebnis der Merck KGaA beteiligt werden.

Die Ergebnisaufteilung beruht auf dem nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs ermittelten Jahresüberschuss der E. Merck KG sowie dem Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit und dem außerordentlichen Ergebnis der Merck KGaA. Diese Ergebnisse werden um die Gewerbesteueraufwendungen oder -erträge korrigiert und ergeben die der Ergebnisaufteilung zugrunde liegende Basis.

Die satzungsmäßige gegenseitige Ergebnisabführung zwischen der E. Merck KG und der Merck KGaA stellte sich wie folgt dar:


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    2014 2013
in Mio €   E. Merck KG Merck KGaA E. Merck KG Merck KGaA
           
Ergebnis von E. Merck KG   –17,9 – 9,2
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit der
Merck KGaA
  651,2 534,9
Außerordentliches Ergebnis  
Hinzurechnung der Gewerbeertragsteuerbelastung gemäß § 27 (1) der Satzung der Merck KGaA   –3,1
Gewerbeertragsteuer gemäß § 30 (1) der Satzung der
Merck KGaA
  – 54,2 – 34,6
Basis für Ergebnisaufteilung (100 %) –21,0 597,0 – 9,2 500,3
Ergebnisabführung an die E. Merck KG
Verhältnis Komplementärkapital zu Gesamtkapital
(70,274 %) 419,5 – 419,5 351,6 – 351,6
Ergebnisabführung von der E. Merck KG
Verhältnis Grundkapital zu Gesamtkapital
(29,726 %) 6,3 – 6,3 2,7 – 2,7
Gewerbesteuer   3,1
Körperschaftsteuer   – 22,8 – 12,0
Jahresüberschuss   407,9 148,4 345,1 134,0

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Das der Ergebnisverteilung zugrunde liegende Ergebnis der E. Merck KG, angepasst um die Gewerbesteuer, betrug – 21,0 Mio € (Vorjahr: – 9,2 Mio €). Hieraus resultierte eine Ergebnisübernahme der Merck KGaA in Höhe von – 6,3 Mio € (Vorjahr: – 2,7 Mio €). Das der Ergebnisverteilung zugrunde liegende Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit, angepasst um die Gewerbesteuer und das außerordentliche Ergebnis der Merck KGaA, betrug 597,0 Mio € (Vorjahr: 500,3 Mio €). Von dem Ergebnis der Merck KGaA hat die E. Merck KG 419,5 Mio € Gewinn übernommen (Vorjahr: 351,6 Mio €). Zusätzlich ergab sich ein Aufwand aus Körperschaftsteuerbelastung in Höhe von 22,8 Mio € (Vorjahr: Aufwand von 12,0 Mio €). Die Körperschaftsteuer wird nur auf das Einkommen der Kommanditaktionäre berechnet. Ihr Äquivalent ist die auf die E. Merck KG entfallende Einkommensteuer. Diese ist jedoch unmittelbar von den Gesellschaftern der E. Merck KG zu entrichten und wird im Jahresabschluss nicht ausgewiesen.

Gewinnverwendung

Die von den Kommanditaktionären zu beschließende Gewinnausschüttung bestimmt zugleich die Höhe des für die E. Merck KG frei verfügbaren Ergebnisanteils. Beschließen die Kommanditaktionäre, einen Teil des ihnen zustehenden Bilanzgewinns der Merck KGaA auf neue Rechnung vorzutragen oder in die Gewinnrücklagen einzustellen, so ist die E. Merck KG verpflichtet, einen gemäß dem Verhältnis von Grund- und Komplementärkapital zu ermittelnden vergleichbaren Betrag bei der Merck KGaA in den Gewinnvortrag / die Gewinnrücklagen einzustellen. Somit wird sichergestellt, dass die Gewinnrücklagen und der Gewinnvortrag der Merck KGaA den Beteiligungsverhältnissen der Kommanditaktionäre einerseits und der E. Merck KG andererseits entsprechen. Für die Ausschüttung an die E. Merck KG steht also nur der Betrag zur freien Verfügung, der sich nach Saldierung der Ergebnisabführung der Merck KGaA mit der von der E. Merck KG zu erbringenden Einstellung beziehungsweise Entnahme aus den Rücklagen / dem Gewinnvortrag ergibt. Dieser Betrag entspricht beteiligungsäquivalent dem Betrag, der als Dividende an die Kommanditaktionäre ausgeschüttet wird.


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  2014 2013
in Mio € E. Merck KG Merck KGaA E. Merck KG Merck KGaA
         
Jahresüberschuss 407,9 148,4 345,1 134,0
         
Gewinnvortrag Vorjahr 26,3 11,2
Entnahme aus den Gewinnrücklagen
Einstellung in die Gewinnrücklage
Bilanzgewinn Merck KGaA   159,6   134,0
         
Entnahme E. Merck KG – 362,3   – 318,8  
Dividendenvorschlag   –129,2   – 122,8
Gewinnvortrag 71,9 30,4 26,3 11,2

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Für das Geschäftsjahr 2013 wurde je Aktie eine Dividende in Höhe von 1,90 € ausgeschüttet. Der Gewinnverwendungsvorschlag für das Geschäftsjahr 2014 sieht eine Ausschüttung von 1,00 € je Aktie vor, wobei die seit Juni 2014 verdoppelte Aktienanzahl zu berücksichtigen ist. Der vorgeschlagene Ausschüttungsbetrag an die Kommanditaktionäre beläuft sich auf 129,2 Mio € (Vorjahr: 122,8 Mio €). Die Entnahme durch die E. Merck KG würde sich auf 362,3 Mio € belaufen (Vorjahr: 318,8 Mio €).

Rücklagenveränderung

Für das Jahr 2014 ergab sich eine Ergebnisabführung an die E. Merck KG einschließlich Rücklagenveränderung in Höhe von 435,0 Mio €. Diese setzt sich zusammen aus der Gewinnübernahme durch die E. Merck KG (– 419,5 Mio €), der Ergebnisabführung der E. Merck KG an die Merck KGaA (– 6,3 Mio €), der Veränderung des Gewinnvortrags der E. Merck KG (45,6 Mio €) sowie der Gewinnabführung der Merck & Cie an die E. Merck KG (– 54,8 Mio €). Bei der Merck & Cie handelt es sich um eine Personengesellschaft Schweizer Rechts, die von der Merck KGaA beherrscht wird, jedoch das Ergebnis aus ihrem operativen Geschäft unmittelbar an die E. Merck KG ausschüttet. Bei dieser Ausschüttung handelt es sich um eine Zahlung an einen Anteilseigner, sodass sie ebenfalls als Eigenkapitalveränderung dargestellt wird.

Anteile nicht beherrschender Gesellschafter

Grundlage für die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter war das bilanzierte Eigenkapital der betreffenden Tochtergesellschaften, gegebenenfalls nach Anpassung an die Bilanzierungsmethoden des Merck-Konzerns sowie anteilige Konsolidierungsbuchungen.

Die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter am Eigenkapital beinhalteten im Wesentlichen die Fremdanteile an den börsennotierten Gesellschaften Merck Ltd., Indien, und P.T. Merck Tbk., Indonesien, sowie an den Gesellschaften Merck Ltd., Thailand, und Merck (Pvt.) Ltd., Pakistan.

Zwischenzeitlich bestanden Anteile nicht beherrschender Gesellschafter im Zuge der Akquisition der AZ Electronic Materials S.A. in Höhe von 161,9 Mio €. Der Erwerb dieser Anteile nach dem 2. Mai 2014 wurde bilanziell als Transaktion ohne Beherrschungsänderung erfolgsneutral im Eigenkapital abgebildet. Der Vorgang führte zu einer Verminderung der Gewinnrücklagen um 189,4 Mio € und entspricht damit dem Unterschied zwischen dem Kaufpreis der verbleibenden Anteile in Höhe von 351,3 Mio € und dem Abgang der Anteile nicht beherrschender Gesellschafter in Höhe von 161,9 Mio €.

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