Geschäftsbericht 2014 Geschäftsbericht 2014
Menü

Steuerungssystem des Merck-Konzerns

Als weltweit tätiges und diversifiziertes Unternehmen verwendet Merck ein umfassendes System von Kennzahlen zur Steuerung des Geschäftserfolgs. Die wichtigste Kennzahl zur Messung des operativen Geschäftserfolgs ist dabei das EBITDA vor Sondereinflüssen.

Abkürzungen

EBITDA vor Sondereinflüssen = Earnings before interest, income tax, depreciation and amortization pre one-time items (Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern, Abschreibungen und Sondereinflüssen).
EPS = Earnings per share (Erbebnis je Aktie).
MEVA = Merck value added (wirtschaftliche Wertschöpfung durch Merck).
BFCF = Business Free Cash Flow (Free Cash Flow des Geschäfts).
ROCE = Return on capital employed (Rendite auf das investierte Kapital).
NPV = Net present value (Kapitalwert).
IRR = Internal rate of return (Interner Zinsfuß).
eNPV = expected Net present value (erwarteter Kapitalwert).
PoS = Probability of success (Erfolgswahrscheinlichkeit).

Die Pyramide der Wertschöpfungs- und Steuerungskennzahlen beinhaltet die wichtigen finanziellen Messgrößen des Merck-Konzerns und bildet einen umfassenden Rahmen von Indikatoren zur Steuerung des Geschäfts und zur Bestimmung der Prioritäten bei der Allokation flüssiger Mittel. Sie ist in drei Steuerungsebenen gegliedert, die den Einsatz jeweils verschiedener Indikatoren erfordern. Dabei handelt es sich um den Merck-Konzern, das Geschäft und Projekte.

Steuerungskennzahlen für den Merck-Konzern und seine Geschäfte

Die drei Kennzahlen Umsatzerlöse, EBITDA vor Sondereinflüssen1 und Business Free Cash Flow1 sind die bedeutsamsten Leistungsindikatoren für die Bewertung der Geschäftsentwicklung. Deshalb wird im Wirtschaftsbericht, im Risiko- und Chancenbericht sowie im Prognosebericht auf diese Steuerungskennzahlen Bezug genommen. Aufgrund ihrer Bedeutung für den finanziellen Geschäftserfolg sind sie auch ein wesentlicher Bestandteil des Performance-Management-Systems von Merck.

1 Kennzahlen, die nach den International Financial Reporting Standards nicht definiert sind.

Umsatzerlöse

Umsatzerlöse sind definiert als Erlöse aus Warenverkäufen und erbrachten Leistungen an externe Kunden, abzüglich Mehrwertsteuer und Erlösminderungen, zum Beispiel Rabatten oder Skonti. Umsatzerlöse sind der Hauptindikator für das Geschäftswachstum des Merck-Konzerns und deshalb ein wichtiger Parameter zur Beurteilung des externen wie auch des internen Geschäftserfolgs.

Merck-Konzern → Umsatzerlöse

Tabelle anzeigen
in Mio € / Veränderung in % 2014 2013 Veränderung
       
Umsatzerlöse 11.291,5 10.700,1 5,5

21 KB

EBITDA vor Sondereinflüssen

Das EBITDA vor Sondereinflüssen ist die wichtigste interne und externe Bewertungskennzahl in Hinblick auf die laufende operative Tätigkeit. Um ein besseres Verständnis der zugrunde liegenden Entwicklung des operativen Geschäfts zu vermitteln, werden hier Abschreibungen sowie Sondereinflüsse beim Operativen Ergebnis nicht berücksichtigt. Diese Sondereinflüsse beschränken sich auf folgende Kategorien: Wertberichtigungen, Integrationskosten, IT-Kosten, Restrukturierungsaufwendungen, Gewinne / Verluste aus abgegangenen Geschäften, Akquisitionskosten und Sonstige Sondereinflüsse. Die Klassifizierung bestimmter Erträge oder Aufwendungen als Sondereinflüsse unterliegt klaren Definitionen und einer strengen Governance auf Konzernebene. Im Rahmen des internen Performance Managements ermöglicht das EBITDA vor Sondereinflüssen, Effizienzsteigerungen in den Prozessen durchzuführen, ohne das Ergebnis des operativen Geschäfts durch notwendige Veränderungen oder Restrukturierungsaufwendungen zu schmälern.

Merck-Konzern → Überleitung EBIT zu EBITDA vor Sondereinflüssen

Tabelle anzeigen
in Mio € / Veränderung in % 2014 2013 Veränderung
       
Operatives Ergebnis (EBIT) 1.762,0 1.610,8 9,4
Abschreibungen 1.261,6 1,237,9 1,9
Wertminderungen, Wertaufholungen 99,3 220,5 – 55,0
EBITDA 3.122,9 3.069,2 1,7
Integrationskosten/IT-Kosten 87,2 49,0 78,0
Restrukturierungsaufwendungen 83,9 130,5 – 35,7
Gewinne/Verluste aus abgegangenen Geschäften – 1,9 2,3 – 182,6
Akquisitionsbezogene Sondereinflüsse 85,0 0,0
Sonstige Sondereinflüsse 10,6 2,3 365,2
EBITDA vor Sondereinflüssen 3.387,7 3.253,3 4,1

22.5 KB

Business Free Cash Flow (BFCF)

Der Business Free Cash Flow umfasst die wesentlichen zahlungswirksamen Posten, die von den einzelnen Geschäften beeinflusst werden können und ihrer vollständigen Kontrolle unterliegen. Er setzt sich zusammen aus dem EBITDA vor Sondereinflüssen abzüglich Investitionen in Sachanlagen, Software und geleisteter Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte sowie Veränderungen der Vorräte und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Zur Steuerung des Nettoumlaufvermögens auf regionaler und lokaler Ebene verwenden unsere Geschäftseinheiten die beiden Indikatoren „durchschnittliche Forderungslaufzeiten“ (Days Sales Outstanding) und „Lagerreichweite“ (Days in Inventory).

Merck-Konzern → Business Free Cash Flow

Tabelle anzeigen
in Mio € / Veränderung in % 2014 2013 Veränderung
       
EBITDA vor Sondereinflüssen 3.387,7 3.253,3 4,1
Investitionen in Sachanlagen und Software
sowie geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte
– 527,5 – 446,2 18,2
Veränderungen der Vorräte gemäß Bilanzausweis – 185,5 59,7
Veränderungen der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gemäß Bilanzausweis – 214,2 93,2
Anpassung Erstkonsolidierung AZ Electronic Materials 144,6
Business Free Cash Flow 2.605,1 2.960,0 – 12,0

22 KB

Investitions- und Wertmanagementkennzahlen

Nachhaltige Wertschöpfung ist für die Sicherung des langfristigen Erfolgs von Merck unverzichtbar. Um die Zuweisung finanzieller Mittel zu optimieren, nutzt Merck klar definierte Parameter, die als Kriterien bei der Priorisierung von Investitionsmöglichkeiten und Entscheidungen zum Portfolio dienen.

Kapitalwert

Hauptkriterium für die Priorisierung von Investitionsmöglichkeiten ist der Kapitalwert. Er stützt sich auf die Barwertberechnung und errechnet sich als die Summe der abgezinsten Free Cash Flows über den Projektionszeitraum eines Projekts. Gemäß der Definition des Free Cash Flow werden die durchschnittlichen gewichteten Kapitalkosten als Kapitalisierungszinsfuß herangezogen. Je nach Art und Standort eines Projekts werden verschiedene Aufschläge zu den durchschnittlichen gewichteten Kapitalkosten hinzugerechnet.

Interner Zinsfuß (IRR)

Ein weiteres wichtiges Kriterium für die Beurteilung von Akquisitionsprojekten und Investitionen in Sachanlagen ist der interne Zinsfuß. Er ist der Abzinsungsfaktor, bei dessen Verwendung die diskontierten zukünftigen Free Cash Flows der Anfangsinvestition beziehungsweise dem Kaufpreis einer Akquisition entsprechen. Ein Projekt ist wertsteigernd, wenn der interne Zinsfuß über den durchschnittlichen gewichteten Kapitalkosten inklusive Aufschlägen liegt.

ROCE (Return on Capital Employed)

Neben dem Kapitalwert und dem internen Zinsfuß ist die Rendite des eingesetzten Kapitals (ROCE) eine wichtige Messgröße zur Bewertung von Investitionsprojekten. Sie errechnet sich aus dem Operativen Ergebnis (EBIT) vor Sondereinflüssen dividiert durch Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte, Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Vorräte.

Amortisationszeit

Ein weiterer Parameter zur Beurteilung von Investitionen in Sachanlagen ist die Amortisationszeit, also die Zahl der Jahre, nach denen eine Investition einen Nettomittelzufluss erbringen wird.

MEVA (Merck Value Added)

Der MEVA gibt Auskunft über die in einem Zeitraum erzielte finanzielle Wertschöpfung. Ein Mehrwert wird dann geschaffen, wenn die Rendite des vom Unternehmen oder von den Geschäften eingesetzten Kapitals (ROCE) höher ist als die durchschnittlichen gewichteten Kapitalkosten. Mit dem MEVA verfügt Merck über ein leistungsfähiges Instrument, um Beschlüsse über Investitionen und Ausgaben gegenüber dem Kapitalbedarf und den Erwartungen der Investoren abzuwägen.

Kapitalmarktbezogene Parameter

Konzernergebnis und Ergebnis je Aktie (EPS)

Das Ergebnis je Aktie berechnet sich aus dem den Anteilseignern der Merck KGaA zurechenbaren Ergebnis nach Steuern (Konzernergebnis) dividiert durch die durchschnittliche gewichtete Anzahl der theoretisch ausstehenden Aktien. Der Ansatz der theoretischen Aktienzahl berücksichtigt die Tatsache, dass das Komplementärkapital nicht in Aktien verbrieft ist. Zum besseren Vergleich veröffentlicht Merck auch das Ergebnis je Aktie vor Sondereinflüssen, also bereinigt um Einmaleffekte und Abschreibungen immaterieller Vermögenswerte und basierend auf der Basissteuerquote des Unternehmens.

Kreditrating

Das Kreditrating, das Merck von externen Agenturen erhält, ist ein wichtiger Indikator zur Beurteilung der Marktbedingungen, um Fremdkapital aufnehmen zu können. Der Kapitalmarkt zieht die von unabhängigen Ratingagenturen veröffentlichten Bewertungen heran, um Kapitalgeber bei der Einschätzung von Risiken, die mit einem Finanzinstrument verbunden sind, zu unterstützen. Zurzeit wird Merck von Moody’s und Standard & Poor’s bewertet. Der wichtigste Indikator für das Kreditrating ist die Schuldendeckungsfähigkeit, die insbesondere durch die Kennzahl Operativer Cashflow dividiert durch die (Netto)-Finanzverschuldung ermittelt wird.

Ausschüttungsquote

Um seinen Anteilseignern eine attraktive Rendite bieten zu können, betreibt Merck eine verlassliche Dividendenpolitik. Hierzu definiert Merck eine angestrebte Auszahlungsrate basierend auf dem Ergebnis je Aktie vor Sondereinflussen (siehe Definition oben).

Weitere relevante / nicht-finanzielle Steuerungsgrößen

Neben den wichtigen Indikatoren zur Beurteilung der finanziellen Geschäftsentwicklungen spielen auch nicht finanzielle Steuerungsgrößen eine wesentliche Rolle für den Erfolg des Unternehmens. Aus Konzernsicht sind insbesondere Innovationen in den Geschäften sowie Attraktivität für hochqualifizierte Mitarbeiter und deren Bindung an das Unternehmen von zentraler Bedeutung.

Innovation

Innovation ist die Grundlage des Geschäfts und wird auch künftig Voraussetzung für den Erfolg auf sich verändernden Märkten sein. Merck ist fortwährend damit beschäftigt, neue Produkte und innovative Dienstleistungen für Patienten und Kunden zu entwickeln. Die Messgrößen für den Innovationsgrad werden individuell definiert, je nach den Spezifika des jeweiligen Geschäfts.

Bindung von Talenten

Hochqualifizierte und -motivierte Mitarbeiter sind die Voraussetzung für die Verwirklichung der ehrgeizigen Unternehmensziele von Merck. Deshalb legt Merck großen Wert darauf, die Arbeitsabläufe und das Arbeitsumfeld so zu gestalten, dass die richtigen Talente mit den richtigen Fähigkeiten zur richtigen Zeit gewonnen und an das Unternehmen gebunden werden. Um den Erfolg der darauf bezogenen Maßnahmen zu messen, hat Merck den Talentbindungsgrad als nicht-finanzielle Steuerungsgröße eingeführt.

Nach oben