Geschäftsbericht 2014 Geschäftsbericht 2014
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Wirtschaftsbericht
Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Das Jahr 2014 war durch die Nachwirkungen der Finanzkrise und von Unsicherheit bezüglich der zukünftigen wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen geprägt. Laut dem letzten vorliegenden Bericht des Internationalen Währungsfonds (IWF) stieg das weltweite Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2014 um 3,3 % gegenüber dem Vorjahr, was einem um 0,4 Prozentpunkte höheren Wachstum als 2013 entspricht. Während die Industrieländer einen Anstieg von 1,8 % erwirtschaften konnten, leisteten die Schwellenländer nach wie vor den größten Beitrag zum globalen Wachstum. So stieg das BIP in den Schwellenländern um 4,4 %.

Das BIP der weltweit größten Volkswirtschaft, der USA, legte im Jahr 2014 um 2,2 % zu und wuchs damit um 0,4 Prozentpunkte langsamer, als vor einem Jahr erwartet worden war. Das Wachstum in den USA wurde durch einen Rückgang der Exporte und einen harten Winter gebremst. Für die Eurozone notierte der IWF einen Anstieg des BIP um 0,8 %. Während insbesondere die Länder im Süden Europas immer noch mit den Folgen der Staatsschuldenkrise zu kämpfen hatten, ließen einige Länder, wie beispielsweise Deutschland, Anzeichen auf Erholung erkennen.

Die Entwicklung bei Merck wurde von den generellen weltweiten Trends sowie von der weiter zunehmenden Bedeutung der Schwellenländer beeinflusst. So trug die Region Emerging Markets im Jahr 2014 rund 80 % zum organischen Wachstum der Umsatzerlöse von Merck bei. Während Merck Millipore etwa die Hälfte des Wachstums der Umsatzerlöse in der Region Emerging Markets erzielen konnte, wuchsen die Umsatzerlöse von Performance Materials (rund 80 % Anteil) und Consumer Health (rund 70 % Anteil) besonders stark in dieser Region. Merck Serono konnte das Wachstum seiner Umsatzerlöse fast ausschließlich in der Region Emerging Markets generieren und damit einen leichten Rückgang der Umsätze in Europa kompensieren.

Healthcare-Markt

Das auf den Gesundheitssektor spezialisierte Marktforschungsinstitut IMS Health berichtete für das Jahr 2014 ein Umsatzplus für den Pharmamarkt von 8,1 %. Dieses Umsatzplus entspricht in etwa den im Vorjahr getroffenen Prognosen. Dieser Zuwachs ist hauptsächlich den Schwellenländern zu verdanken. So verzeichnete etwa der Pharmamarkt in China ein Wachstum von 11,6 % und in Lateinamerika legte der Pharmamarkt sogar um 15,1 % zu. Aber auch die Märkte in den USA (+ 11,7 %) und Europa (+ 2,5 %), die im Vorjahr noch leicht rückläufige Wachstumsraten auswiesen, konnten wieder Zuwachs verzeichnen. Laut Evaluate Pharma, einem Marktforschungsinstitut, zeichneten sich insbesondere die Märkte für Multiple-Sklerose-Therapeutika und Diabetes-Typ-II-Therapeutika mit Wachstumsraten von 13 % beziehungsweise 14 % durch überdurchschnittliche Dynamik aus. Bemerkenswert ist, dass der Markt für Krebsmedikamente zur Behandlung des Kolorektalkarzinoms einen Umsatzrückgang von 2 % auswies, zugleich jedoch Erbitux®, eines der verkaufsstärksten Produkte von Merck Serono, seinen Umsatz in dieser Indikation organisch um rund 6 % steigern konnte.

Nicholas Hall, Unternehmen, das Marktforschung für die Pharmaindustrie betreibt, berichtet von einem Anstieg des weltweiten Markts für rezeptfreie Arzneimittel um 4,0 % im Jahr 2014, sodass die Prognose des Vorjahrs um einen Prozentpunkt unterschritten wurde. Wachstumstreiber waren Lateinamerika sowie Asien, während Europa im vergangenen Jahr einen Anstieg von 2,4 % verzeichnete.

Märkte für Hightech-Materialien

Mit seinem Flüssigkristall-Geschäft ist Merck der führende Hersteller von Flüssigkristallmischungen für die Display-Industrie. Die Display-Industrie verzeichnete basierend auf den Erhebungen der Marktforscher von Display Search im zurückliegenden Jahr wieder einen deutlicheren Anstieg der Umsätze von 10 % gemessen an der Fläche der ausgelieferten Flüssigkristallbildschirme –, während das Umsatzwachstum 2013 mit 5 % noch etwas geringer war. Displays auf Basis von Flüssigkristallen stellen nach wie vor die führende Bildschirmtechnologie dar. Dabei wird das Wachstum vor allem von der zunehmenden Größe der Fernsehbildschirme getragen.

Die Märkte für Automobillacke und Kosmetika sind von erheblicher Bedeutung für das Pigmentgeschäft von Merck. Wie der Verband der Deutschen Automobilindustrie (VDA) berichtete, stieg der weltweite PKW-Absatz im vergangenen Jahr um 2 %. Durch das Wachstum in China (+ 10 %), USA und Westeuropa (jeweils + 4 %) konnten Rückgänge in anderen Märkten ausgeglichen werden. Nichtsdestotrotz fiel das Wachstum des weltweiten PKW-Absatzes 2014 insgesamt um drei Prozentpunkte niedriger aus als 2013 (+ 5 %). Der weltweite Verbrauch von Materialien für die Herstellung von Kosmetika stieg laut Euromonitor International um 1,9 %, wobei Asien mit 4,9 % die höchste Wachstumsrate aufwies.

Die Halbleiterindustrie ist einer der wichtigsten Absatzmärkte für AZ Electronic Materials, ein weiteres bedeutendes Geschäft der Sparte Performance Materials. Die Halbleiterindustrie wuchs laut Gartner, einem auf die Technologie- und Elektronikmärkte spezialisierten Marktforschungsinstitut, im Jahr 2014 um 7,2 % gegenüber 5,0 % im Jahr zuvor.

Life-Science-Markt

Merck Millipore ist ein führender Zulieferer von Produkten und Dienstleistungen in dem Bereich allgemeiner Laboranwendungen sowie der Erforschung, Entwicklung und Herstellung von Arzneimitteln auf chemischer und biotechnologischer Basis.

Der für das Geschäft Lab Solutions relevante weltweite Markt für Laborprodukte zeigte den Marktforschern von Frost & Sullivan zufolge im Jahr 2014 ein leichtes Wachstum von 2,6 %. Das Wachstum lag somit um 0,8 Prozentpunkte höher als die ursprüngliche Prognose für das Jahr 2014 (+ 1,8 %). Es zeigten sich deutliche Wachstumsunterschiede in den einzelnen Regionen. Die Marktsituation in Europa (+ 1,6 %) und den USA (+ 2,5 %) hat sich im Vergleich zum Jahr 2013 verbessert. Dies liegt insbesondere an der positiven Marktentwicklung in Deutschland, Großbritannien und Spanien und an einer ersten leichten Verbesserung im akademischen und staatlichen Sektor der Vereinigten Staaten. Die Schwellenländer legten deutlich stärker zu als die Industrieländer, jedoch ist ihr Anteil am globalen Marktvolumen mit 11,9 % weiterhin relativ gering. Haupttreiber des Wachstums in den Schwellenländern waren Indien (+ 8,7 %) und China (+ 8,5 %).

Die Nachfrage nach Produkten von Process Solutions ist insbesondere vom Umsatz der Pharmaunternehmen mit Arzneimitteln und von ihren Aufwendungen für Forschung und Entwicklung abhängig. Beide primären Einflussfaktoren hatten im Jahr 2014 positive Auswirkungen auf den Markt für Process Solutions und führten zu spürbarem Wachstum. Der Umsatz mit Arzneimitteln stieg laut IMS Health weltweit um 8,1 %. Weiterhin wuchsen die Aufwendungen von Pharmaunternehmen für Forschung und Entwicklung, laut dem Marktforschungsinstitut Evaluate Pharma, um 3,2 % gegenüber dem Jahr 2013. Auch die Anzahl der klinischen Studien in Phase I bis III steigt kontinuierlich weiter, was zu einer höheren Nachfrage nach Produkten von Process Solutions führt. Weitere Einflussfaktoren, welche den Umsatzzuwachs im Geschäft Process Solutions positiv beeinflussten, sind die gestiegene Nachfrage nach monoklonalen Antikörpern sowie die – insbesondere in den Schwellenländern – verstärkte Entwicklung von Biosimilars und biopharmazeutischen Produkten.

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