Geschäftsbericht 2014 Geschäftsbericht 2014
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Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage
Merck-Konzern

Überblick 2014

  • Umsatzerlöse um 5,5 % auf 11,3 Mrd € angestiegen – organisches Wachstum von 4,0 %, akquisitionsbedingte Steigerungen von 3,3 % sowie leichte negative Wechselkurseffekte von – 1,8 %
  • Emerging Markets trugen wesentlich zum organischen Umsatzwachstum bei
  • EBITDA vor Sondereinflüssen um 4,1 % auf rund 3,4 Mrd € gesteigert – Haupttreiber war die Sparte Performance Materials aufgrund der Erstkonsolidierung von AZ Electronic Materials (AZ) sowie des erfolgreichen operativen Geschäfts von Liquid Crystals
  • Verbesserung des Ergebnisses je Aktie vor Sondereinflüssen um 4,8 % auf 4,60 €
  • Business Free Cash Flow weiterhin auf hohem Niveau
  • Nettofinanzverbindlichkeiten zum 31. Dezember 2014 – trotz der Zahlung des AZ-Kaufpreises von 1,9 Mrd € – nur leicht auf 0,6 Mrd € angestiegen
  • Nur geringe Anpassung der langfristigen Kreditratings auf „A“ mit negativem Ausblick (Standard & Poor’s) und „Baa1“ mit negativem Ausblick (Moody’s), trotz der Ankündigung der Akquisition der Sigma-Aldrich Corporation (Sigma-Aldrich) für rund 17 Mrd US-Dollar

Merck-Konzern → Kennzahlen

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in Mio € 2014 2013 Veränderung in %
       
Gesamterlöse 11.500,8 11.095,1 3,7
Umsatzerlöse 11.291,5 10.700,1 5,5
Operatives Ergebnis (EBIT) 1.762,0 1.610,8 9,4
Marge (in % der Umsatzerlöse) 15,6 15,1
EBITDA 3.122,9 3.069,2 1,7
Marge (in % der Umsatzerlöse) 27,7 28,7
EBITDA vor Sondereinflüssen 3.387,7 3.253,3 4,1
Marge (in % der Umsatzerlöse) 30,0 30,4
Ergebnis je Aktie vor Sondereinflüssen (in €)1 4,60 4,39 4,8
Business Free Cash Flow 2.605,1 2.960,0 – 12,0
1
Unter Berücksichtigung des erfolgten Aktiensplits; Vorjahreswerte wurden entsprechend angepasst, siehe Anmerkung „Ergebnis je Aktie“ im Konzernanhang.

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Entwicklung der Umsatzerlöse sowie der Ertragslage

Im Geschäftsjahr 2014 erzielte der Merck-Konzern Umsatzerlöse in Höhe von 11.291 Mio € (Vorjahr: 10.700 Mio €). Gegenüber dem Vorjahr konnte damit ein Umsatzanstieg von 5,5 % beziehungsweise 591 Mio € erreicht werden. Der größte Teil dieser Steigerung wurde durch organisches Wachstum von 4,0 % erzielt. Durch Akquisitionen/Veräußerungen erhöhten sich die Umsätze im Saldo um 3,3 % beziehungsweise um 355 Mio €. Die zum 2. Mai 2014 erfolgte Erstkonsolidierung von AZ innerhalb der Sparte Performance Materials wirkte sich im Geschäftsjahr 2014 mit 375 Mio € positiv auf die Konzernumsätze aus. Aufgrund der Veräußerung des Geschäftsfelds Discovery and Development Solutions der Sparte Merck Millipore, die mit Wirkung zum 31. März 2014 erfolgte, reduzierten sich die Umsatzerlöse im Vergleich zum Vorjahr um – 20 Mio € (siehe Anmerkung „Akquisitionen und Desinvestitionen sowie zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen“ im Konzernanhang). Negative Wechselkursveränderungen führten zu einem Rückgang der Umsatzerlöse von – 1,8 %.

Die Entwicklung der Umsatzerlöse in den einzelnen Quartalen im Vergleich zum Vorjahr und die jeweiligen organischen Wachstumsraten sind in der nachfolgenden Übersicht dargestellt:

Merck-Konzern → Umsatzerlöse und organisches Wachstum nach Quartalen1 in Mio € / organisches Wachstum in %

1
Quartalsaufteilung ungeprüft.

Im Geschäftsjahr 2014 erzielte die Sparte Merck Serono 51 % (Vorjahr: 53 %) der Umsatzerlöse des Merck-Konzerns und blieb damit die umsatzstärkste Sparte. Mit deutlichem Abstand folgten Merck Millipore mit 24 % (Vorjahr: 25 %) und Performance Materials mit 18 % (Vorjahr: 15 %) Umsatzanteil. Der Anstieg des Umsatzbeitrags von Performance Materials um drei Prozentpunkte hängt im Wesentlichen mit der Akquisition von AZ zusammen. Die Sparte Consumer Health erzielte wie im Vorjahr 7 % der Konzernumsätze.

Merck-Konzern → Umsatzerlöse nach Sparten – 2014 in Mio € / % an den Umsatzerlöse

Merck-Konzern → Komponenten der Umsatzentwicklung nach Sparten – 2014

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in Mio € / Veränderung in % Umsatzerlöse Organisches Wachstum Währungs-
effekte
Akquisitionen /
Veräußerungen
Gesamt-
veränderung
           
Merck Serono 5.783,3 3,6 – 1,9 1,7
Consumer Health 766,1 5,4 – 2,2 3,2
Performance Materials 2.059,6 4,1 – 1,5 22,8 25,4
Merck Millipore 2.682,5 4,5 – 1,7 – 0,7 2,1
Merck-Konzern 11.291,5 4,0 – 1,8 3,3 5,5

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Alle vier Sparten des Merck-Konzerns verzeichneten im Geschäftsjahr 2014 organische Umsatzsteigerungen mit Wachstumsraten zwischen 3,6 % und 5,4 % sowie negative Währungseffekte von jeweils rund – 2 %. Mit einer organischen Steigerungsrate von 3,6 %, die einem absoluten Anstieg von 207 Mio € entsprach, leistete Merck Serono absolut gesehen den stärksten Beitrag zum organischen Umsatzwachstum, gefolgt von Merck Millipore mit einem organischen Umsatzwachstum von 119 Mio € beziehungsweise einer Steigerungsrate von 4,5 % und Performance Materials mit 67 Mio € beziehungsweise 4,1 %. Consumer Health erwirtschaftete mit 5,4 % die höchste organische Wachstumsrate aller operativer Sparten, was eine absolute Umsatzerhöhung von 40 Mio € bedeutete. Bedingt durch die Erstkonsolidierung von AZ ergab sich bei der Sparte Performance Materials insgesamt die stärkste Umsatzerhöhung von insgesamt 25,4 %; dies entsprach einem absoluten Anstieg von 418 Mio €.

Merck-Konzern → Umsatzerlöse nach Regionen – 2014 in Mio € / % an den Umsatzerlöse

Das dynamische Geschäft in der Region Emerging Markets, die Lateinamerika und Asien mit Ausnahme von Japan umfasst, war wesentlich für das weltweite organische Umsatzwachstum verantwortlich, denn rund 80 % des gesamten organischen Anstiegs des Merck-Konzerns wurde dort erwirtschaftet. Die Wachstumsrate belief sich in den Emerging Markets auf 9,1 %, was einer absoluten organischen Umsatzerhöhung von 347 Mio € entsprach. Vor allem die Sparte Merck Serono war der Haupttreiber für diese Entwicklung. Unter Berücksichtigung akquisitionsbedingter Steigerungen sowie negativer Wechselkurseffekte erzielte Merck in den Emerging Markets insgesamt um 12,0 % höhere Umsätze von 4.250 Mio € (Vorjahr: 3.796 Mio €). Die Region steigerte damit im Geschäftsjahr 2014 ihren Beitrag zum Konzernumsatz um zwei Prozentpunkte auf 38 %.

In Europa stiegen die Umsatzerlöse nur leicht um 0,8 % auf 4.015 Mio € (Vorjahr: 3.985 Mio €), wobei dieser Anstieg im Wesentlichen auf die Akquisition von AZ zurückzuführen war. Der prozentuale Beitrag der Region Europa zum Konzernumsatz ging auf 35 % (Vorjahr: 37 %) zurück.

Die Umsatzerlöse der Region Nordamerika beliefen sich auf 2.152 Mio € (Vorjahr: 2.078 Mio €) und sind damit im Vergleich zum Vorjahr um 3,6 % beziehungsweise 74 Mio € angestiegen. Mit einem leichten organischen Umsatzanstieg von 1,7 % und akquisitionsbedingten Zuwächsen von 1,8 % betrug der nordamerikanische Beitrag zum Konzernumsatz wie bereits im Vorjahr 19 %.

Die Region Übrige Welt, das heißt Japan, Afrika und Australien / Ozeanien, erwirtschaftete mit 875 Mio € (Vorjahr: 842 Mio €) unverändert 8 % des Konzernumsatzes. Das erzielte organische und akquisitionsbedingte Wachstum wurde durch negative Währungseffekte (– 6,9 %), die hauptsächlich auf den Japanischen Yen zurückzuführen waren, gedämpft. Insgesamt war im Geschäftsjahr 2014 ein Umsatzanstieg von 3,9 % in dieser Region zu verzeichnen.

Merck-Konzern → Komponenten der Umsatzentwicklung nach Regionen – 2014

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in Mio € / Veränderung in % Umsatzerlöse Organisches Wachstum Währungs-
effekte
Akquisitionen /
Veräußerungen
Gesamt-
veränderung
           
Europa 4.014,6 0,2 – 0,1 0,7 0,8
Nordamerika 2.152,2 1,7 0,1 1,8 3,6
Emerging Markets 4.250,2 9,1 – 3,5 6,4 12,0
Übrige Welt 874,5 5,0 – 6,9 5,8 3,9
Merck-Konzern 11.291,5 4,0 – 1,8 3,3 5,5

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Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung des Merck-Konzerns entwickelte sich wie folgt:

Merck-Konzern → Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

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2014 2013 Veränderung
in Mio € in % in Mio € in % in Mio € in %
             
Umsatzerlöse 11.291,5 100,0 10.700,1 100,0 591,4 5,5
Lizenz- und Provisionserlöse 209,3 1,9 395,0 3,7 – 185,7 – 47,0
Gesamterlöse 11.500,8 101,9 11.095,1 103,7 405,7 3,7
             
Herstellungskosten1 – 3.526,4 – 31,2 – 3.041,7 – 28,4 – 484,7 15,9
(davon: Abschreibungen immaterieller Vermögenswerte)1 (– 94,0) (– 49,2) (– 44,8) (91,2)
Bruttoergebnis1 7.974,4 70,6 8.053,4 75,3 – 79,0 – 1,0
             
Marketing- und Vertriebskosten1 – 3.104,9 – 27,5 – 3.088,5 – 28,9 – 16,4 0,5
(davon: Abschreibungen immaterieller Vermögenswerte)1 (– 719,0) (– 762,0) (43,0) (– 5,7)
Lizenz- und Provisionsaufwendungen – 537,5 – 4,8 – 567,0 – 5,3 29,5 – 5,2
Verwaltungskosten – 608,6 – 5,4 – 562,4 – 5,3 – 46,2 8,2
Forschungs- und Entwicklungskosten1 – 1.703,7 – 15,1 – 1.506,6 – 14,1 – 197,1 13,1
(davon: Abschreibungen immaterieller Vermögenswerte)1 (– 3,8) (– 2,3) (– 1,5) (64,6)
Sonstige betriebliche Aufwendungen und Erträge – 257,7 – 2,3 – 718,1 – 6,7 460,4 – 64,1
Operatives Ergebnis (EBIT) 1.762,0 15,6 1.610,8 15,1 151,2 9,4
             
Finanzergebnis – 205,0 – 1,8 – 222,2 – 2,1 17,2 – 7,7
Ergebnis vor Ertragsteuern 1.557,0 13,8 1.388,6 13,0 168,4 12,1
             
Ertragsteuern – 392,2 – 3,5 – 179,5 – 1,7 – 212,7 118,4
Ergebnis nach Steuern 1.164,8 10,3 1.209,1 11,3 – 44,3 – 3,7
             
Nicht beherrschende Anteile – 7,5 – 0,1 – 6,9 – 0,1 – 0,6 8,4
Konzernergebnis 1.157,3 10,2 1.202,2 11,2 – 44,9 – 3,7
1
Der Ausweis der Abschreibungen immaterieller Vermögenswerte (ohne Software) wurde geändert, siehe Anmerkung „Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden“ im Konzernanhang.

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Die Lizenz- und Provisionserlöse fielen im Geschäftsjahr 2014 um – 47,0 % auf 209 Mio € (Vorjahr: 395 Mio €). Ausschlaggebend für diesen starken Rückgang um – 186 Mio € war hauptsächlich der Wegfall von Lizenzerlösen in der Sparte Merck Serono. Die Gesamterlöse, das heißt die Umsatzerlöse zuzüglich der Lizenz- und Provisionserlöse, stiegen um 3,7 % auf 11.501 Mio € (Vorjahr: 11.095 Mio €).

Unter Berücksichtigung der angefallenen Herstellungskosten, die 2014 um 15,9 % auf 3.526 Mio € anstiegen, erzielte der Merck-Konzern ein Bruttoergebnis von 7.974 Mio € (Vorjahr: 8.053 Mio €). Die starke Erhöhung der Herstellungskosten stand unter anderem im Zusammenhang mit dem organischen Umsatzwachstum aller Sparten sowie der Erstkonsolidierung von AZ. Im Rahmen der Kaufpreisallokation wurden zum Erstkonsolidierungszeitpunkt die erworbenen Vorräte von AZ auf die beizulegenden Zeitwerte aufgewertet. Im Berichtsjahr 2014 wurden von diesem Aufwertungsbetrag 45 Mio € in den Herstellungskosten aufwandswirksam berücksichtigt. Zudem erhöhten die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, die im Rahmen der AZ-Kaufpreisallokation angesetzt wurden, die Herstellungskosten der Sparte Performance Materials. Zusammen mit einem stärkeren Umsatzwachstum in Regionen mit geringeren Margen sowie vereinzelten Produktions- und Lieferschwierigkeiten bei Merck Serono fiel im Jahr 2014 die Bruttomarge, das heißt das Bruttoergebnis in % der Umsatzerlöse, auf 70,6 % (Vorjahr: 75,3 %). Neben den bereits genannten Effekten wirkte sich auch der erhebliche Rückgang der Lizenz- und Provisionserlöse negativ auf die Bruttomarge aus.

Der Anstieg der Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen war im Wesentlichen auf Merck Serono zurückzuführen und beinhaltete insbesondere Aufwendungen für die Bildung von Rückstellungen für voraussichtlich anfallende unvermeidbare Nachlaufkosten im Zusammenhang mit der Einstellung klinischer Entwicklungsprogramme. Damit entfielen 79 % (Vorjahr: 78 %) der konzernweiten Aufwendungen für Forschung und Entwicklung auf diese Sparte. Die Forschungsquote (Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen in % der Umsatzerlöse) des Merck-Konzerns erhöhte sich entsprechend auf 15,1 % (Vorjahr: 14,1 %).

Merck-Konzern → Forschungs- und Entwicklungskosten nach Sparten – 2014 in Mio € / in %

Der Rückgang der sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträge (Saldo) auf – 258 Mio € (Vorjahr: – 718 Mio €) war im Geschäftsjahr 2014 im Wesentlichen auf die Anpassung der Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten, auf niedrigere Aufwendungen aus Sondereinflüssen sowie auf höhere Währungskursgewinne zurückzuführen (siehe auch Anmerkung „Sonstige betriebliche Aufwendungen und Erträge“ im Konzernanhang). Gegenläufige Auswirkungen ergaben sich im Berichtsjahr in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträgen aufgrund höherer Wertminderungen immaterieller Vermögenswerte im Zusammenhang mit der Einstellung klinischer Entwicklungsprogramme bei Merck Serono.

Bedingt durch die gute Entwicklung des Börsenkurses der Merck-Aktie im Vergleich zum DAX ergaben sich im Berichtsjahr höhere Aufwendungen aus der Zuführung von Rückstellungen im Rahmen des Merck-Long-Term Incentive Plan (LTIP) im Vergleich zum Vorjahr. Der Ansatz des inneren Werts der Merck Share Units (MSUs) erfolgt dabei in den jeweiligen funktionalen Kosten in der Gewinn- und Verlustrechnung in Abhängigkeit vom Tätigkeitsbereich der Planberechtigten. Bei den MSUs handelt es sich um virtuelle Merck-Aktien, die berechtigten Führungskräften und Mitarbeitern im Rahmen des LTIP zum Ende eines dreijährigen Performance-Zeitraums in Aussicht gestellt werden.

Infolge der dargestellten Entwicklung der Erlöse und Aufwendungen stieg das operative Ergebnis (EBIT) des Merck-Konzerns 2014 um 9,4 % auf 1.762 Mio €.

Die Verbesserung des Finanzergebnisses um 17 Mio € auf – 205 Mio € war im Wesentlichen auf die positive Entwicklung des Zinsergebnisses (siehe auch Anmerkung „Finanzergebnis“ im Konzernanhang) zurückzuführen.

Die Aufwendungen für Ertragsteuern in Höhe von 392 Mio € (Vorjahr: 180 Mio €) führten zu einer Steuerquote von 25,2 % (Vorjahr: 12,9 %). Die niedrige Steuerquote des Vorjahrs war auf einmalige latente Steuererträge zurückzuführen (siehe auch Anmerkung „Ertragsteuern“ im Konzernanhang).

Das den Anteilseignern der Merck KGaA zustehende Konzernergebnis belief sich im Geschäftsjahr 2014 auf 1.157 Mio € (Vorjahr: 1.202 Mio €) und ergab unter Berücksichtigung des erfolgten Aktensplits ein Ergebnis je Aktie in Höhe von 2,66 € (Vorjahr: 2,77 €).

Die wichtigste Kennzahl zur Steuerung des operativen Geschäfts, das EBITDA vor Sondereinflüssen, stieg um 4,1 % auf 3.388 Mio € (Vorjahr: 3.253 Mio €). Die sich hieraus ergebende EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen erreichte mit 30,0 % fast das Vorjahresniveau (30,4 %). Die Überleitung vom operativen Ergebnis (EBIT) auf das EBITDA vor Sondereinflüssen ist im Kapitel Kapitel „Steuerungssystem des Merck-Konzerns“ dargestellt.

Die Entwicklung des EBITDA vor Sondereinflüssen in den einzelnen Quartalen im Vergleich zum Vorjahr und die jeweiligen Wachstumsraten ergaben sich wie folgt:

Merck-Konzern → EBITDA vor Sondereinflüssen und Veränderung nach Quartalen1 in Mio € / Veränderung in %

1
Quartalsaufteilung ungeprüft.

Zur Steigerung des Konzern-EBITDA vor Sondereinflüssen trug hauptsächlich die Sparte Performance Materials bei, die mit einem absoluten Anstieg von 115 Mio € das stärkste Ergebniswachstum aller operativen Sparten erzielte. Damit erhöhte diese Sparte ihren Anteil am EBITDA vor Sondereinflüssen des Konzerns (ohne Berücksichtigung der Minderung um – 166 Mio € durch Konzernkosten und Sonstiges) um zwei Prozentpunkte auf 25 % (Vorjahr: 23 %). Merck Serono leistete mit einem Anteil von 51 % (Vorjahr: 54 %, ohne Konzernkosten und Sonstiges) nach wie vor den größten Beitrag aller operativen Sparten zum EBITDA vor Sondereinflüssen. Die jeweiligen prozentualen Beiträge von Merck Millipore und Consumer Health blieben mit 19 % beziehungsweise 5 % auf Vorjahreshöhe.

Merck-Konzern → EBITDA vor Sondereinflüssen nach Sparten – 2014 in Mio € / in %

Nicht dargestellt: Minderung des Konzern-EBITDA vor Sondereinflüssen um – 166 Mio € durch Konzernkosten und Sonstiges.

Vermögens- und Finanzlage

Merck-Konzern → Bilanzstruktur

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31.12.2014 31.12.2013 Veränderung
in Mio € in % in Mio € in % in Mio € in %
             
Kurzfristige Vermögenswerte 10.480,4 40,3 7.384,5 35,5 3.095,9 41,9
Davon:
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 2.878,5 980,8 1.897,7
Kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 2.199,4 2.410,5 -211,1
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.235,6 2.021,4 214,2
Vorräte 1.659,7 1.474,2 185,5
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 1.507,2 497,6 1.009,6
             
Langfristige Vermögenswerte 15.529,7 59,7 13.434,1 64,5 2.095,6 15,6
Davon:
Immaterielle Vermögenswerte 11.395,5 9.867,2 1.528,3
Sachanlagen 2.990,4 2.647,2 343,2
Sonstige langfristige Vermögenswerte 1.143,8 919,7 224,1
             
Bilanzsumme 26.010,1 100,0 20.818,6 100,0 5.191,5 24,9
             
Kurzfristige Verbindlichkeiten 6.601,4 25,4 3.898,8 18,7 2.702,6 69,3
Davon:
Kurzfristige Finanzschulden 2.075,9 440,4 1.635,5
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.539,4 1.364,1 175,3
Kurzfristige Rückstellungen 561,7 494,7 67,0
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 2.424,4 1.599,6 824,8
             
Langfristige Verbindlichkeiten 7.607,7 29,2 5.850,6 28,1 1.757,1 30,0
Davon:
Langfristige Finanzschulden 3.561,1 3.257,5 303,6
Langfristige Rückstellungen 626,1 1.011,1 -385,0
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 1.820,1 910,9 909,2
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 1.600,5 671,1 929,4
             
Eigenkapital 11.801,0 45,4 11.069,2 53,2 731,8 6,6
             
Bilanzsumme 26.010,1 100,0 20.818,6 100,0 5.191,5 24,9

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Die Bilanzsumme des Merck-Konzerns belief sich zum 31. Dezember 2014 auf 26.010 Mio € und hat sich damit im Vergleich zum 31. Dezember 2013 (20.819 Mio €) um 5.192 Mio € beziehungsweise 24,9 % erhöht. Dieser starke Anstieg wurde hauptsächlich durch die folgenden Sachverhalte verursacht:

Durch die Begebung einer Hybridanleihe im Volumen von 1,5 Mrd € sowie durch höhere sonstige Finanzschulden kam es im Geschäftsjahr 2014 zu einem Anstieg der liquiden Mittel sowie der Finanzverschuldung um rund 1,9 Mrd €, der im Zusammenhang mit der Finanzierung der geplanten Akquisition von Sigma-Aldrich steht. Aus der erfolgten Kurssicherung der im Jahr 2015 erwarteten Kaufpreiszahlung in US-Dollar für die geplante Übernahme von Sigma-Aldrich ergaben sich hohe positive Marktwerte, die zum 31. Dezember 2014 in den sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten ausgewiesen wurden und erfolgsneutral das Eigenkapital erhöhten.

Im Rahmen der im November 2014 mit Pfizer Inc., USA, vereinbarten weltweiten Zusammenarbeit zur gemeinsamen Entwicklung und Vermarktung des Anti-PD-L1-Antikörpers vereinnahmte der Merck-Konzern eine Einstandszahlung in Höhe von 850 Mio US-Dollar (678 Mio €). Auf Basis der Kollaborationsvereinbarung wird Merck zudem für mehrere Jahre Xalkori®, ein Medikament zur Behandlung einer bestimmten Form des nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms, in den USA und verschiedenen anderen bedeutenden Märkten gemeinsam mit Pfizer vermarkten. Für den Anspruch auf das Recht wurde ein sonstiger kurzfristiger Vermögenswert in Höhe von 294 Mio € aktiviert. Auf der Passivseite der Bilanz wurden sowohl die erhaltene Einstandszahlung als auch der Gegenwert des Rechts zur gemeinsamen Vermarktung von Xalkori® als abgegrenzte Erlöse unter den übrigen Verbindlichkeiten erfasst und führten zum 31. Dezember 2014 zu einer Bilanzverlängerung um fast 1 Mrd €.

Bedingt durch einen schwächeren Euro ergaben sich positive Währungskursveränderungen, die die Bilanzsumme zum 31. Dezember 2014 um rund 0,9 Mrd € erhöhten.

Die zum 2. Mai 2014 erfolgte Erstkonsolidierung von AZ wirkte sich ebenfalls auf die Konzernbilanz zum 31. Dezember 2014 aus. Im Zuge der Kaufpreisallokation für die AZ-Akquisition wurden die erworbenen Vermögenswerte und Schulden in der Bilanz mit den beizulegenden Zeitwerten angesetzt. Zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung führte dies bei den immateriellen Vermögenswerten (ohne Geschäfts- oder Firmenwerte) zu einem Anstieg von 1.051 Mio €. Der aus der Transaktion resultierende Goodwill belief sich auf 818 Mio €. Die Zahlung des Kaufpreises in Höhe von 1.875 Mio € erfolgte vollständig aus liquiden Mitteln. Weitere Angaben bezüglich der Kaufpreisallokation für die AZ-Akquisition befinden sich in der Anmerkung „Akquisitionen und Desinvestitionen sowie zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen“ im Konzernanhang.

Das Eigenkapital erhöhte sich um 732 Mio € auf 11.801 Mio € (Vorjahr: 11.069 Mio €). Ausschlaggebend für diesen Anstieg war vor allem das im Geschäftsjahr 2014 erzielte Gesamtergebnis (siehe „Konzerngesamtergebnisrechnung“ im Konzernabschluss). Dem standen Dividendenzahlungen, die Ergebnisabführung an die E. Merck KG sowie der Erwerb der nicht beherrschenden Anteile der AZ Electronic Materials S.A. gegenüber (siehe „Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung“ im Konzernabschluss). Aufgrund der starken Erhöhung der Bilanzsumme sank die Eigenkapitalquote zum 31. Dezember 2014 auf 45,4 % (Vorjahr: 53,2 %).

Die Verdoppelung der Pensionsrückstellungen auf 1,8 Mrd € ergab sich im Wesentlichen durch die erfolgte Absenkung der Diskontierungszinssätze zur Berechnung der Barwerte der Leistungsverpflichtungen aus den Altersversorgungssystemen. Die hieraus resultierenden versicherungsmathematischen Verluste wurden in der Konzerngesamtergebnisrechnung ausgewiesen und belasteten unter Berücksichtigung latenter Steuern das Eigenkapital des Merck-Konzerns.

Merck-Konzern → Nettofinanzverbindlichkeiten

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Buchwert
31.12.2014
Buchwert
31.12.2013
Veränderung
Laufzeit bis Zinssatz in % Financial Covenant in Mio € in Mio € in Mio € in %
               
Euroanleihe 2010 / 2015
(Nominalvolumen 1.350 Mio €)
März 2015 3,375 Nein 1.349,7 1.348,2 1,5 0,1
Euroanleihe 2009 / 2015
(Nominalvolumen 100 Mio €)
Dez. 2015 3,6151 Nein 100,0 100,0
Euroanleihe 2006 / 2016
(Nominalvolumen 250 Mio €)
Juni 2016 5,875 Nein 218,4 222,4 – 4,0 – 1,8
Euroanleihe 2009 / 2016
(Nominalvolumen 60 Mio €)
Nov. 2016 4,000 Nein 60,0 60,0
Euroanleihe 2009 / 2019
(Nominalvolumen 70 Mio €)
Dez. 2019 4,250 Nein 69,1 69,0 0,1 0,1
Euroanleihe 2010 / 2020
(Nominalvolumen 1.350 Mio €)
März 2020 4,500 Nein 1.344,1 1.343,1 1,0 0,1
Hybridanleihe KGaA 2014 / 2074
(Nominalvolumen 1.000 Mio €)
Dez. 20742 2,6252 Nein 986,2 986,2
Hybridanleihe KGaA 2014 / 2074
(Nominalvolumen 500 Mio €)
Dez. 20743 3,3753 Nein 496,7 496,7
Summe Anleihen 4.624,2 3.142,7 1.481,5 47,1
Sonstige Finanzschulden Nein 1.012,8 555,2 457,6 82,4
Summe Finanzschulden 5.637,0 3.697,9 1.939,1 52,4
Abzüglich:
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 2.878,5 980,8 1.897,7 193,5
Kurzfristige finanzielle
Vermögenswerte
2.199,4 2.410,5 – 211,1 – 8,8
Nettofinanzverbindlichkeiten 559,1 306,6 252,5 82,3
1
Fixiert durch Zinsswaps.
2
Merck hat das Recht, diese Tranche der im Dezember 2014 begebenen Hybridanleihe erstmals im Juni 2021 vorzeitig zurückzuzahlen; der oben angegebene Nominalzins ist bis zu diesem Zeitpunkt fixiert.
3
Merck hat das Recht, diese Tranche der im Dezember 2014 begebenen Hybridanleihe erstmals im Dezember 2024 vorzeitig zurückzuzahlen; der oben angegebene Nominalzins ist bis zu diesem Zeitpunkt fixiert.

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Der Anstieg der Finanzschulden sowie der liquiden Mittel steht im Zusammenhang mit der Finanzierung der geplanten Akquisition von Sigma-Aldrich. Die Nettofinanzverbindlichkeiten erhöhten sich lediglich um 252 Mio € auf 559 Mio € (Vorjahr: 307 Mio €), obwohl im Geschäftsjahr die Kaufpreiszahlung für AZ in Höhe von rund 1,9 Mrd € finanziert wurde. Dies verdeutlicht einmal mehr die hohe Innenfinanzierungskraft des Merck-Konzerns. Die Darstellung der erwarteten künftigen Cash Flows wie Tilgungen und Zinsen aus Finanzschulden erfolgt im Anhang unter Anmerkung „Management von Finanzrisiken“.

Merck-Konzern → Nettoumlaufvermögen

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Veränderung
in Mio € 31.12.2014 31.12.2013 in Mio € in %
         
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.235,6 2.021,4 214,2 10,6
Vorräte 1.659,7 1.474,2 185,5 12,6
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen – 1.539,4 – 1.364,1 – 175,3 12,9
Nettoumlaufvermögen 2.355,9 2.131,5 224,4 10,5
in % der Umsatzerlöse 20,9 % 19,9 %

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Das Nettoumlaufvermögen stieg im Geschäftsjahr 2014 um 224 Mio € an. Ungefähr zwei Drittel dieses Anstiegs waren auf die Erstkonsolidierung von AZ zurückzuführen. Damit hat sich das Nettoumlaufvermögen auf 20,9 % der Umsatzerlöse erhöht (Vorjahr: 19,9 %).

Der Business Free Cash Flow des Merck-Konzerns belief sich im Geschäftsjahr 2014 auf 2.605 Mio € (Vorjahr: 2.960 Mio €) und konnte damit das hohe Vorjahresniveau nicht erreichen. Die Zusammensetzung dieser Kennzahl ist im Konzernlagebericht unter Kapitel „Steuerungssystem des Merck-Konzerns“ dargestellt.

Die Verteilung des Business Free Cash Flow auf die einzelnen Quartale sowie die Veränderungsraten im Vergleich zum Vorjahr stellten sich wie folgt dar:

Merck-Konzern → Business Free Cash Flow und Veränderung nach Quartalen1 in Mio € / Veränderung in %

1
Quartalsaufteilung ungeprüft.

Merck-Konzern → Business Free Cash Flow nach Sparten – 2014 in Mio € / in %

Nicht dargestellt: Minderung des Konzern-Business Free Cash Flow um – 215 Mio € durch Konzernkosten und Sonstiges.

Alle vier operativen Sparten verzeichneten im Geschäftsjahr 2014 einen niedrigeren Business Free Cash Flow als im Vorjahr. Die Sparte Merck Serono erzielte einen Business Free Cash Flow in Höhe von 1.577 Mio € (Vorjahr: 1.787 Mio €) und steigerte damit ihren Anteil am Business Free Cash Flow des Merck-Konzerns (ohne Berücksichtigung der Minderung durch Konzernkosten und Sonstiges in Höhe von – 215 Mio €) auf 56 % (Vorjahr: 55 %). Performance Materials trug mit 700 Mio € (Vorjahr: 788 Mio €) 25 % (Vorjahr: 24 %) zu dieser Konzernkennzahl bei. Der Anteil der beiden Sparten Merck Millipore und Consumer Health am Konzern-Business Free Cash Flow belief sich zusammen auf 19 % (Vorjahr: 21 %).

Die in die Berechnung des Business Free Cash Flow einfließenden Investitionen in Sachanlagen und Software sowie die geleisteten Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte erhöhten sich im Jahr 2014 um 18,2 % auf insgesamt 528 Mio € (Vorjahr: 446 Mio €). Die darin enthaltenen Investitionen in Sachanlagen beliefen sich 2014 auf 485 Mio € (Vorjahr: 408 Mio €), davon entfielen 220 Mio € auf strategische Investitionsprojekte mit einem Projektvolumen von jeweils größer als 2 Mio €, der Rest auf kleinere Investitionsprojekte.

2014 wurden signifikante Investitionen zur Erweiterung des Standorts Darmstadt genehmigt. Ein Teil dieser Investitionen dient der Erneuerung der Unternehmenszentrale. Dafür werden bis 2018 unter anderem ein Innovationszentrum, ein Besucherzentrum und ein Mitarbeiterrestaurant errichtet. Ein neues Laborgebäude mit einer Investitionssumme von 65 Mio € wird ab 2017 Aktivitäten der pharmazeutischen Forschung der Sparte Merck Serono bündeln. Außerdem wird in der Sparte Performance Materials die OLED-Produktionskapazität mit einer Investition von 31 Mio € vergrößert, um die steigende Marktnachfrage zu erfüllen.

An zwei weiteren Standorten der Sparte Merck Serono werden Produktionsanlagen wesentlich erweitert. Am Standort Aubonne in der Schweiz werden in eine neue Verpackungsanlage 27 Mio € und am Standort Bari in Italien werden in die Erweiterung der bestehenden Abfüllanlage 49 Mio € investiert.

Im Jahr 2014 passten die beiden Ratingagenturen Moody’s und Standard & Poor’s das Langfrist-Kreditrating von Merck aufgrund der im Zuge der Sigma-Aldrich-Übernahme erwarteten höheren Verschuldung an. Während Standard & Poor’s nunmehr ein Rating von „A“ mit negativem Ausblick (zuvor: „A“ mit stabilem Ausblick) vergibt, veränderte Moody’s sein Kreditrating von „A3“ mit stabilem Ausblick auf „Baa1“ mit negativem Ausblick. Eine Übersicht der Ratingentwicklung für den Zeitraum 2009 bis 2014 ist im Risiko- und Chancenbericht dargestellt.

Im Oktober 2014 hat Merck sein „Debt Issuance Program“ mit einem Volumen von 15 Mrd € erneuert. Das „Debt Issuance Program“ stellt den vertraglichen Rahmen für die Begebung von Anleihen dar und ermöglicht damit eine flexible Emissionstätigkeit. Es stellt einen wichtigen Bestandteil der Finanzierungsaktivitäten des Konzerns dar.

Die Entwicklung wesentlicher Kennzahlen stellt sich wie folgt dar:

Merck-Konzern → Bilanzkennzahlen

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in % 31.12.2014 31.12.2013 31.12. 2012 31.12. 2011 31.12. 2010
           
Eigenkapitalquote Eigenkapital 45,4 53,2 48,1 47,4 46,3
Bilanzsumme
Vermögensquote Langfristige Vermögenswerte 59,7 64,5 69,4 71,1 74,7
Bilanzsumme
Vermögensdeckungsgrad Eigenkapital 76,0 82,4 69,4 66,7 62,0
Langfristige Vermögenswerte
Finanzierungsstruktur Kurzfristige Verbindlichkeiten 46,5 40,0 40,6 37,5 28,0
Verbindlichkeiten (gesamt)

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Gesamtaussage zur Geschäftsentwicklung und zur wirtschaftlichen Lage

Merck kann auf ein sehr erfolgreiches Jahr 2014 zurückblicken. Durch die gute Entwicklung der operativen Geschäfte war es möglich, nahtlos an das sehr gute Vorjahr anzuknüpfen. Bei der Umsetzung des Transformations- und Wachstumsprogramms „Fit für 2018“ wurden große Fortschritte erzielt. Mit der Übernahme von AZ und dem Abschluss strategischer Partnerschaften gelang es, künftiges Wachstum und Profitabilität zu sichern. Insbesondere die geplante Übernahme von Sigma-Aldrich stellt einen Meilenstein für das Life-Science-Geschäft des Konzerns dar.

Die Umsatzerlöse des Merck-Konzerns stiegen im Geschäftsjahr 2014 um 5,5 % auf 11,3 Mrd €. Die Anfang Mai 2014 erfolgte Übernahme von AZ trug zu einer Umsatzerhöhung von 3,3 % bei. Aber nicht nur akquisitionsbedingt wuchsen die Umsätze, sondern auch organisch war eine Steigerung von 4,0 % zu verzeichnen. Während sich in den vergangenen Jahren die Kursentwicklungen der wichtigsten Währungen nachteilig auf die Höhe der Umsatzerlöse auswirkten, ergab sich im Geschäftsjahr 2014 lediglich ein geringer negativer Effekt in Höhe von – 1,8 %.

Auch die Entwicklung des EBITDA vor Sondereinflüssen, das sich 2014 auf 3.388 Mio € (Vorjahr: 3.253 Mio €) erhöhte, zeigt die nachhaltige Profitabilitätsstärke des Merck-Konzerns. Der Business Free Cash Flow belief sich im Geschäftsjahr 2014 auf 2.605 Mio € (Vorjahr: 2.960 Mio €) und konnte damit den sehr guten Wert des Vorjahrs nicht ganz erreichen.

Die solide Bilanzierungs- und Finanzierungspolitik des Merck-Konzerns äußert sich in den weiterhin sehr guten Bilanzkennzahlen. Die Eigenkapitalquote zum 31. Dezember 2014 betrug 45,4 % und befindet sich damit nach wie vor auf einem sehr guten Niveau. Die Nettofinanzverschuldung stieg lediglich von 307 Mio € auf 559 Mio €, obwohl die Kaufpreiszahlung in Höhe von 1,9 Mrd € für den Erwerb von AZ zu finanzieren war. Dies zeigt, dass Merck dank seiner hohen Finanzierungskraft auf den angekündigten Erwerb von Sigma-Aldrich gut vorbereitet ist. Vor dem Hintergrund der ausgezeichneten Liquiditätslage und Finanzierungsbasis sowie der erfreulichen Geschäftsentwicklung ist die wirtschaftliche Lage des Merck-Konzerns insgesamt positiv zu beurteilen. Sie stellt eine hervorragende Ausgangsbasis für das künftige organische und anorganische Wachstum dar.

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